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Der Norden So haben Sie das Atommüll-Lager Asse noch nie gesehen
Nachrichten Der Norden So haben Sie das Atommüll-Lager Asse noch nie gesehen
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00:17 13.09.2017
Von Michael B. Berger
Quelle: dpa/BGE
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Hannover

Das Atomlager Schacht Konrad bei Salzgitter kann in fünf Jahren in Betrieb gehen - davon ist die neue Chefin der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), Ursula Heinen-Esser, fest überzeugt. „Wir haben für die Inbetriebnahme das Jahr 2022 fest im Blick. Es gibt zwar noch ein paar Risiken, aber Schacht Konrad wird nicht der Berliner Flughafen“, sagte Heinen-Esser der HAZ. Die Volkswirtin und frühere Staatssekretärin ist seit September Vorstandsvorsitzende der BGE, die etwa 1600 Mitarbeiter hat und für alle Endlager zuständig ist.

In der Region umstritten

Zuletzt waren immer wieder Zweifel geäußert worden, ob der Termin für Schacht Konrad gehalten werden kann. In Schacht Konrad soll schwach- und mittelradioaktiver Müll aus dem Rückbau aller deutschen Kernkraftwerke eingelagert werden. Vor allem in der Region um Salzgitter ist das Projekt umstritten. Heinen-Esser bezifferte die Kosten auf etwa 3,4 Milliarden Euro, von denen etwa die Hälfte verbaut worden sei. Das frühere Eisenerzbergwerk ist über Tage inzwischen gründlich saniert, viele neue Gebäude sind neben dem alten Förderturm entstanden.

„Wir haben die Baustellenaktivität intensiv erhöht und leben von dem positiven Effekt, dass wir durch die Verschmelzung der Gesellschaften, die früher für die Endlagerung zuständig waren, weniger Reibungsverluste haben“, sagt Thomas Lautsch, Technischer Direktor der BGE.

Heinen-Esser tritt Befürchtungen entgegen, in Schacht Konrad könne auch der Müll aus der Asse oder anderen Anlagen eingelagert werden. „Konrad ist für 303.000 Kubikmeter genehmigt, und dabei bleibt es. Für die Aufnahme von Abfällen aus der Asse oder aus der Urananreicherung bräuchte man neue Genehmigungsbescheide. Aber das Endlager Konrad wird nicht mehr angefasst.“

Videoaufnahmen aus der Asse

Fortschritte gibt es nach Heinen-Essers Worten auch bei dem Lager Asse bei Wolfenbüttel, in dem 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll lagern. Sie sollen irgendwann herausgeholt werden, weil das frühere Salzbergwerk marode ist. Hier haben die Techniker Mitte August bei Bohrungen einen Hohlraum entdeckt und eine Kamera einfahren können, die erstmals Bilder aus dem Inneren lieferte, nach Heinen-Essers Aussage ein großer Erfolg. Einen festen Termin für die Rückholung des Mülls nennt die BGE-Chefin allerdings nicht. „Ein Land mit so starker Ingenieurtechnik muss in der Lage sein, den Müll hinauszuholen. Es muss so schnell wie möglich geschehen. Hauptsache, wir kriegen es sicher hin.“

Zuständig ist das BGE auch für die Endlagersuche. Hier rechnet die Gesellschaft im Herbst mit Neuigkeiten aus den Bundesländern, die sich dazu äußern sollen, wo möglicherweise ein Endlager entstehen kann. „Wir haben die geologischen Landesämter angeschrieben mit der Bitte, bis Ende September ihre Geodaten zu liefern“, sagte Heinen-Esser. Der bisher geplante Endlagerstandort Gorleben bleibe als Möglichkeit, werde aber hinterfragt. Heinen-Esser betonte: „Die geologischen und technischen Fragen sind unkomplizierter als die Lösung der gesellschaftlichen Diskussion.“ Es werde Konflikte geben, „wenn erst die neuen Suchregionen bekannt sind und Bohrungen gemacht werden“.

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