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Der Norden Welpen getötet? Hundetrainer steht am Online-Pranger
Nachrichten Der Norden Welpen getötet? Hundetrainer steht am Online-Pranger
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00:16 11.02.2018
Ein Hundetrainer aus dem Kreis Schaumburg steht am Online-Pranger, weil er einen Hundewelpen getötet haben soll (Symbolbild). Quelle: dpa
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Eilsen

Ein tragischer Vorfall in einer heimischen Hundeschule erhitzt derzeit die Gemüter. Doch was steckt dahinter? Voller Wut schrieb der angebliche Besitzer des Hundes einen Beitrag auf Facebook. Dort nannte er nicht nur Name und Wohnort des Hundetrainers und den Namen seiner Hundeschule, er veröffentlichte sogar ein Foto des Mannes und bezeichnete ihn als „Tierquäler und Mörder“. Der Mann habe seinen Welpen so lange geschüttelt, bis dieser gestorben sei.

Der Beitrag wurde innerhalb von 48 Stunden beinahe 1000 Mal geteilt und dürfte Zehntausende Menschen erreicht haben. Die Facebook-Seite der Hundeschule wurde mit negativen Bewertungen und Anschuldigungen überflutet. All das, bevor die Polizei überhaupt ermitteln konnte.

Polizei bestätigt Anzeige

Polizeisprecher Matthias Auer bestätigt auf Anfrage die eingegangene Anzeige wegen Sachbeschädigung oder Tierquälerei. Es meldete sich auch die Besitzerin des toten Labrador-Welpen namens Lucky. Mit den Facebook-Posts habe sie nichts zu tun, erklärte die Frau. Sie habe weder gepostet noch kommentiert. Wohl aber habe sie Anzeige bei der Polizei und beim Veterinäramt erstattet.

Sie schildert den Vorfall – abweichend von der Darstellung auf Facebook – so: Der zwölf Wochen alte Welpe spielte mit einem anderen Welpen. Als das Spiel intensiver wurde, zog der Hundetrainer Lucky mit einem Griff in den Nacken von dem anderen Hund runter und drückte ihn mit beiden Händen – eine Hand am Hals, die andere am Bauch – auf den Rücken liegend zu Boden. „Lucky schrie und quiekte, aber er ließ nicht los.“ Dann sei der Welpe „ganz schlapp“ geworden und habe sich nicht mehr bewegt. Beim Tierarzt wurde der Tod festgestellt.“

Die Besitzerin von Lucky sagt, der Hundetrainer habe das Tier zwar nicht geschüttelt, sich aber „fest auf ihn gelehnt“.

Um zu prüfen, ob Tierquälerei vorliegt, hat die Polizei laut Auer bereits das Kreisveterinäramt des Landkreises Schaumburg kontaktiert. So ist der verstorbene Hund inzwischen zur Tierärztlichen Hochschule Hannover gebracht worden – zur Obduktion. Ein Ergebnis wird für Ende der Woche erwartet.

Hundestrainer sieht keine Schuld bei sich

Die Halterin des toten Welpen hat einen Anwalt eingeschaltet. Sie klage auf Schadensersatz, da ihr gesagt worden sei, dass das Verfahren wahrscheinlich eingestellt wird: „Ich will nicht, dass dieser Mann ungeschoren davonkommt.“

Einige Tage nach den öffentlichen Vorwürfen äußerte sich auch der Hundetrainer. Er bestätigt den Todesfall, sieht allerdings keine Schuld bei sich. Der Hund sei kollabiert, nachdem er ihn im Rahmen der Erziehung von einer Rauferei wegziehen und ihn mit offenen Handflächen zur Beruhigung am Boden gehalten habe. Der Hundetrainer gibt an, ihn mehrfach erfolgreich reanimiert zu haben, beim dritten Mal sei der Hund aber nicht wieder zu sich gekommen. Die Hundebesitzerin bestreitet das: „Mein Hund war sofort tot.“

Unabhängig vom Ergebnis der Obduktion ist es nicht legal, mit derartigen Anschuldigungen und Vorverurteilungen an die Öffentlichkeit zu gehen. „Das gilt digital wie analog“, erklärt Polizeisprecher Matthias Auer. „Bis zum Abschluss eines ordentlichen Strafverfahrens gilt der Beklagte als unschuldig.“ Sollte man derartige Anschuldigungen allerdings nicht beweisen können, erfülle das möglicherweise den Straftatbestand der Verleumdung oder der üblen Nachrede.

Wer den Beitrag teilt, könnte sich strafbar machen

Möglicherweise deswegen hat der angebliche Hundebesitzer mittlerweile sein Posting wieder gelöscht. Screenshots davon kursieren allerdings weiter auf Facebook. Über große „Hundegruppen“ erreichen sie überregionale Bekanntheit und werden von Menschen aus Österreich oder der Schweiz kommentiert. Trotz mehrerer Versuche konnte der vorgebliche Hundebesitzer nicht erreicht werden.

Auch alle, die den Beitrag geteilt und weiterverbreitet haben, ohne sich davon explizit zu distanzieren, könnten sich strafbar gemacht haben, erklärt Auer. Zusätzlich zu der möglichen Sachbeschädigung oder Tierquälerei nehme man daher auch das jetzt in die polizeiliche Ermittlungsakte mit auf.

Noch liegt das Verfahren bei der Polizei. Man warte das Ergebnis der Obduktion ab und werde dann Zeugen vernehmen. Am Ende entscheide die Staatsanwaltschaft, in welchen Punkten sie weiter ermittle.

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