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Der Norden Wie viele Stunden fallen an den Schulen wirklich aus?
Nachrichten Der Norden Wie viele Stunden fallen an den Schulen wirklich aus?
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06:48 05.10.2017
Von Saskia Döhner
Schulausfall an deutschen Schulen. Quelle: dpa
Hannover

Der Befragung zufolge liegt der Anteil der ausgefallenen Stunden nicht bei 2 Prozent, wie bisher angenommen, sondern bei gut 5 Prozent. Das Land Niedersachsen gibt die Unterrichtsversorgung mit rund 98 Prozent an. Die „Zeit“ hat 3500 Schüler, Eltern und Lehrer aus dem ganzen Bundesgebiet befragt. In Niedersachsen seien 5,6 Prozent der Unterrichtsstunden im vergangenen Monat ersatzlos ausgefallen, gaben die Befragten an. Hinzu kommt noch einmal ebenso viel Vertretungsunterricht. Insgesamt findet also rund 10 Prozent des Unterrichts in deutschen Schulen nicht so statt, wie vorgesehen.

Bundesweit gelte: Wenn vertreten wird, wird nur in rund einem Drittel der Fälle der Unterrichtsstoff fortgeführt. Am häufigsten entfalle das Fach Deutsch - in mehr als 11 Prozent der Fälle.

Und noch eins fiel den Experten von Statista auf: Je weniger wohlhabend die Familien der Schüler sind, desto mehr sind sie von Unterrichtsausfall betroffen. Bei Kindern aus Haushalten mit einem Nettoeinkommen unter 3000 Euro werden 12 Prozent der Stunden gestrichen - bei jenen mit einem Einkommen von mehr als 5000 nur 3 Prozent. Eine Erklärung könnte sein, dass strukturschwache Gegenden auch für Lehrer unattraktiver sind und daher dort ein größerer Mangel an Pädagogen herrscht. Darüber hinaus seien besser verdienende Eltern eher in der Lage, politischen Druck auszuüben.

Neue Lehrer für Niedersachsen: Zum 2. Schulhalbjahr 2017/2018 schreibt das Land 1300 Lehrerstellen aus. Das hat das Kultusministerium am Mittwoch mitgeteilt. Auf 1100 Stellen kann man sich ab sofort bewerben. Gesucht werden 420 Grund-, Haupt- und Realschullehrer sowie 200 Pädagogen für Gymnasien, aber auch Sonderpädagogen. Mangelfächer sind Physik und Kunst. Insgesamt sollen im nächsten Jahr 3000 Lehrer eingestellt werden: 1300 im Februar, der Rest dann im Sommer - um eine Unterrichtsversorgung von 100 Prozent zu erreichen.

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