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Der Norden Hat Lehrer Schülerinnen anstößige Nachrichten geschickt?
Nachrichten Der Norden Hat Lehrer Schülerinnen anstößige Nachrichten geschickt?
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18:54 23.02.2018
Per Facebook und WhatsApp soll ein Lehrer in Bergen seinen Schülerinnen anstößige Botschaften geschickt haben. Quelle: Fabian Sommer
Bergen

 Der Mann ist Deutschlehrer, und er ist an der Schule in Bergen im Kreis Celle offenbar schon eine Weile aufgefallen. Es heißt, dass er in den Pausen unübersehbar die Nähe von Schülerinnen gesucht habe. Und dass er sie zum Essen eingeladen habe. Und dann wurde bekannt, dass er Nachrichten mit eindeutig sexuellem Hintergrund an die jungen Mädchen verschickt haben soll. Seit Montag darf er vorläufig nicht mehr unterrichten. 

Die fragliche Schule ist eine Oberschule. Der Lehrer, um den es geht, unterrichtet seit zwei Jahren dort und ist auch Klassenlehrer. Dem Vernehmen nach wurde er 1984 geboren. Er hat einen Spitznamen an der Schule, der sich aus seinem Vornamen und der Vorsilbe „Pädo“ zusammensetzt.

Schülerinnen klagen nach Angaben von Zeugen, dass der Mann ihnen über Dienste wie Facebook oder Whatsapp sexuell aufgeladene Nachrichten geschickt habe. Es gibt Erwachsene, die solche Chats gesehen haben. Sie erzählen, es sei beispielsweise darum gegangen, ein 13-jähriges Mädchen müsse „ordentlich durchgef“ – der Rest war mit Sternchen versehen – werden. 

Der Polizei Bergen sind solche Fälle angeblich vorgetragen worden. An der Schule wird erzählt, erboste Väter seien mit ihren Töchtern bei der Polizei aufgekreuzt und hätten sich über den Lehrer beschwert – dafür gibt es jedoch keine offizielle Bestätigung. Eine Polizeisprecherin berichtet, man habe lediglich ein „sonstiges Ereignis“ notiert: Ein Lehrer habe mit seiner Schülerin zum Essen gehen wollen, sie mochte nicht nein sagen, die Mutter fand das alles sehr seltsam und ging zur Polizei. Die Beamten aber sahen keinen strafrechtlich relevanten Tatbestand.

„Derzeit nicht im Unterricht tätig“

Die Landesschulbehörde dagegen sah einen dienstrechtlich relevanten Verdacht, als sie von den Vorgängen Kenntnis bekam, und nun prüft sie das alles. Sie prüft bereits seit Montag vergangener Woche. Am vergangenen Freitag sind unbestätigten Angaben zufolge die Schulleiterin und der betreffende Lehrer in die Behörde in Lüneburg einbestellt worden. Am Montag dieser Woche nun tauchte der Mann im Stundenplan der Schule nicht mehr auf. „Die Lehrkraft ist derzeit nicht im Unterricht tätig“, erklärte ein Sprecher der Schulbehörde auf Anfrage der HAZ.   

Noch gilt die Unschuldsvermutung für den beurlaubten Pädagogen. Aber im Umfeld der Schule wird erzählt, dass vor allem die Mädchen – und in erster Linie die Mädchen aus der Klasse des Lehrers – sehr erleichtert seien, dass er weg sei. Gerade die Zehntklässlerinnen hätten sich teilweise stark unter Druck gesetzt gefühlt – immerhin müssten sie Schuljahr und Abschluss schaffen. „Viele hier sind jetzt heilfroh“, heißt es in Bergen.

Von Bert Strebe

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