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Hermann Iseke

Straße erinnert an Eichsfelder Heimatdichter

Auf vielen Straßenschildern im Eichsfeld finden sich Namen von Personen wieder, die in ganz besonderer Beziehung zu den Orten stehen. In lockerer Folge stellt das Eichsfelder Tageblatt solche Straßen samt Namensgeber vor – heute die Dr.-Iseke-Straße in Mingerode.

Trägt den Namen des bekannten Eichsfelders: Straße im Duderstädter Ortsteil Mingerode.

© Tietzek
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Schwarz auf weiß steht der Name auf den Straßenschildern: Dr-Iseke-Straße. Mit diesem Straßennamen erinnert der Duderstädter Ortsteil an Dr. Hermann Iseke, Priester, Jurist, Dichter und weitgereister Militärseelsorger.

Iseke wurde am 9. März 1856 in der Eichsfeldgemeinde Holungen geboren und besuchte die Gymnasien in Heilgenstadt und Mühlhausen. Er studierte in Göttingen, Greifswald, Leipzig und Würzburg Rechtswissenschaft. In Jena promovierte Iseke 1879 zum Doktor iuris utriusque (beiderlei Recht, weltliches und kirchliches). Kurzzeitig war er Referendar in Duderstadt. 1880 beschloss Iseke, Theologie zu studieren. Bereits drei Jahre später wurde er in Eichstätt zum Priester geweiht.

Nach einigen Jahren als Kaplan und Pfarrer ging Iseke zur Militärseelsorge. Er wirkte als Militärpfarrer in verschiedenen deutschen Garnisonsstädten, ging nach China und in die USA und später nach Südwestafrika. Als Jurist war er nur kurze Zeit tätig, wohl aber als dichtender Pfarrer.

Berühmtes Lied

Wer um die vorvergangene Jahrhundertwende schon die halbe Welt gesehen hatte, der konnte den „Eichsfelder Sang“ texten, heute auch als Eichsfeldlied bezeichnet: „Bist du gewandert durch die Welt auf jedem Weg und Pfade…“ Im legendären Herbst 1989 wurde das berühmte Lied bei vielen Demonstrationen und Kundgebungen auf dem Obereichsfeld gesungen.

Der Eichsfelder Sang spiegelt in Teilbereichen das Leben des Pfarrers und Dichters Iseke wider. 1896 erschien in Leipzig „Gottfried der Student – ein moralisches akademisches Epos“. Emanuel Bimstein hatte es nach alten Handschriften für den Verlag zusammengestellt. Hinter dem Pseudonym Emanuel Bimstein verbarg sich Iseke, der in seinem Werk auch gegen Magister und Mediziner zu Felde zog.

Iseke ging 1905 als Militärseelsorger nach Südwestafrika. Zwei Jahre später, am 14. Januar 1905, starb er in Kalkfontein an Malaria. Sein Wunsch aus dem Eichsfeldlied („Schlägt deine letzte Stunde, es sei auf Eichsfelds Grunde“) ging nicht in Erfüllung. Doch im Sommer 1907 wurde der Sarg mit den Gebeinen des verstorbenen Militärseelsorgers nach Deutschland überführt. Die erneute Beisetzung erfolgte an der Holunger Kirche unter großer Anteilnahme der Bevölkerung. Isekes Namen tragen heute auch der Holunger Heimatverein und eine Schule in Bischofferode. 1956 wäre Iseke 100 Jahre alt geworden. Die Gemeinde Holungen errichtete am Fuße des Sonnensteins einen Gedenkstein, auf dem Sonnenstein ein hohes Holzkreuz. Trotz der deutschen Zweistaatlichkeit war es mehreren hundert Untereichsfeldern möglich, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Von Heribert Reinhardt


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