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Aufsicht bringt Aktivstationen auf Vordermann

Blick hinter Kulissen des Duderstädter Heimatmuseums


Was ist vormittags los im Eichsfeld? In einer Serie besucht das Tageblatt morgens um 10 Uhr Menschen und Orte der Region. Heute: das Heimatmuseum in Duderstadt.

Bereiten Essen wie im Mittelalter zu: (von links) Museumspädagogin Sandra Kästner, Joana Kästner und Cami Marie Obermann.

© Walliser

Duderstadt. Wenn Oliver Weng oder Wichbert Wüstefeld morgens um zehn Uhr das Duderstädter Heimatmuseum für  Besucher öffnen, dann haben sie bereits einige Aufgaben erledigt. „Das beginnt mit dem Aufschließen der Türen und reicht über das Einschalten der Lichter bis zu vorbereitenden Arbeiten an den Aktivstationen“, erläutert Weng, der ehrenamtlich als Aufsichtsperson tätig ist.

So müssen in den Bereichen, in denen Interessierte etwas ausprobieren können, Bänder zum Flechten nachgehängt werden. Oder es wird Wasser in Gläsern ausgetauscht, denen die Besucher verschiedene Klänge entlocken können.
Eine weitere Aufgabe ist das Aufstellen des Werbeschildes vor der Tür. „Unser bisheriges Schild hat sich allerdings beim vergangenen Sturm selbstständig gemacht und ist verbogen“, bedauert Wüstefeld, der im Rahmen einer Kooperation der Stadt Duderstadt mit der Lebenshilfe Eichsfeld und den Harz-Weser-Werkstätten Osterode das Heimatmuseum betreut.

Wenn ab zehn Uhr die Besucher kommen, heißt es für die diensthabende Aufsichtsperson: Eintrittsgelder kassieren und eventuelle Fragen zu Duderstadt und dem Museum beantworten. „Viele Gäste wollen wissen, wann die zweite Etage wieder öffnet“, berichtet Wüstefeld. Dies sei voraussichtlich ab Ostern der Fall. Dann soll das bislang freitags bis sonntags jeweils von 10 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr geöffnete Museum auch dienstags bis donnerstags zu diesen Zeiten zugänglich sein.

Während der Öffnungszeiten schaut die Aufsicht mehrmals in den Räumen nach dem Rechten. „Wir gehen herum und gucken, ob zum Lüften ein Fenster geöffnet oder ein Rollo heruntergezogen werden muss, damit Exponate nicht verbleichen“, verdeutlicht Weng.

Die Besucher sind nach seinen Beobachtungen im Durchschnitt 40 Jahre alt. Wer das Duderstädter Heimatmuseum aus der Zeit vor der durch einen Wasserschaden bedingten Schließung kannte, zeige sich in aller Regel positiv überrascht. Es sei nun alles „schöner und gepflegter, besser und sachlicher, für den Laien verständlicher beschrieben“.

Zum Publikum gehören immer wieder auswärtige Gäste wie ein Ehepaar aus Baden-Württemberg, das in der Kolpingferienstätte auf dem Pferdeberg seine Urlaubsunterkunft hatte und sich vom Heimatmuseum „recht angetan“ gezeigt habe, erinnert sich Weng. Zu den Gästen mit einem weiter entfernten Wohnsitz zählte auch eine Frau, die in Rheinland-Pfalz lebt und in Duderstadt groß geworden ist. „Sie will unbedingt nach Wiedereröffnung der zweiten Etage noch einmal kommen und das alte Schulzimmer sehen, weil sie auf den Bänken gesessen hat“, so Wüstefeld. Die Erinnerungen der Dame an ihre Schulzeit sind nicht ausschließlich gute. „Es gab auch mal Lasche, hat sie erzählt.“

Das Duderstädter Heimatmuseum, das bis zum gestrigen Sonntag die Sonderausstellung „Apfelkultur – Vielfalt neu erleben“ gezeigt hat, ist keinesfalls nur das Ziel von Erwachsenen, wie die Museumsbetreuer verdeutlichen. Mehrere Kinder haben bereits ihren Geburtstag im Museum gefeiert und sind dabei auf eine spannende Zeitreise durch die Geschichte gegangen.

Ein fester Bestandteil des Angebots ist das Kinderaktionsprogramm, bei denen Mädchen und Jungen kreativ tätig werden können. „Am beliebtesten sind Steinzeit- und Mittelalterthemen“, weiß Museumspädagogin Sandra Kästner zu berichten.

Die Aktivitäten finden in aller Regel am ersten Sonnabend im Monat von 11 bis  12.30 Uhr statt. Bei der nächsten Aktion am 4. Februar heißt das Thema „Pulpe, schöpfen und gautschen“. Die Teilnehmer erfahren eine Menge über die Herstellung von Papier. Sie können auch eigenes Papier schöpfen und sogar ein Wasserzeichen einarbeiten. Anmeldungen: Telefon 05527/841-133 oder per E-Mail: s.nolte@duderstadt.de  

Von Axel Artmann

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