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Grenzlandmuseum in Teistungen

„Das beste Geschichtsmuseum in Deutschland“


Was ist vormittags los im Eichsfeld? In einer Serie besucht das Tageblatt morgens um zehn Uhr Menschen und Orte der Region. Heute: das Grenzlandmuseum Eichsfeld.

Im Eingangsbereich des Grenzlandmuseums: Gerome Gaßmann mit den Besuchern Kathrin Ellirodt und Joshua Youle.

© Waliser

Wenn morgens um zehn Uhr die ersten Besucher das Grenzlandmuseum Eichsfeld betreten, dann hat für dessen Mitarbeiter der Arbeitstag schon längst begonnen. Eine Reihe von Tätigkeiten ist notwendig, damit die Gäste einen informativen und anregenden Aufenthalt haben.

„Wir gucken, ob alles in Ordnung ist und sorgen für Sauberkeit“, erläutert Jerome Gaßmann, der zum Mitarbeiterteam gehört. „Vitrinen werden von Fingerabdrücken gereinigt“, nennt sein Kollege Stephan Berndt ein konkretes Beispiel.

Bei ihrem Rundgang schauen die Mitarbeiter auch danach, ob Kinder irgendwo Schabernack getrieben haben. „Im Fernschreiberraum müssen wir manchmal die Telefonhörer wieder zurück auf die Geräte legen“, schmunzelt Berndt.

Besonderes Augenmerk gilt der modernen Technik des Museums. Die Server werden hochgefahren und zahlreiche Geräte angeschaltet. Bis zehn Uhr müssen die Mitarbeiter außerdem noch die Nebenräume wie den Mühlenturm, das frühere Abfertigungsgebäude und die Garage aufschließen.

Kaum sind die Türen geöffnet, kommen oft schon die ersten Gäste. Mal sind es Individualtouristen, mal Reisegruppen mal Schulklassen und mal ausländische Studierende aus Göttingen.
„Jüngere Menschen interessieren sich besonders für Präsentationen, bei denen wie beim Deutschlandmodell moderne Medien zum Einsatz kommen. Ältere wollen mehr über frühere DDR-Produkte wissen“, berichtet Berndt, während zwei Besucher das Museum betreten.

„Ich war schon mehrmals mit der Schule hier“, erzählt Kathrin Ellierodt aus Northeim, die inzwischen Volkswirtschaftslehre in Göttingen studiert und ihrem amerikanischen Gast Joshua Youle ein wichtiges Kapitel deutscher Geschichte näherbringen möchte. Dieser zeigt sich erfreut darüber, dass englischsprachiges Informationsmaterial im Grenzlandmuseum bereitliegt.
„Wir geben Besuchern gerne auch touristische Auskünfte“, erläutert Berndt. „Wenn jemand zur Heinz Sielmann-Stiftung will und nicht weiß, wie er dort hinkommt, beschreiben wir ihm den Weg.“ Gerade Material über Duderstadt finde reges Interesse. „Das geht weg“, bringt es der Mitarbeiter auf den Punkt.

Bei Vorkenntnissen über die Situation an der früheren innerdeutschen Grenze gibt es nach seinem Eindruck keinen wesentlichen Unterschied zwischen Bürgern aus den alten und den neuen Bundesländern. Entscheidend sei die Entfernung des Wohnortes von der früheren Trennlinie. „Jemand, der aus Ostfriesland kommt, weiß genauso wenig wie jemand, der aus der Lausitz kommt.“

Positiv auf das Interesse am Grenzlandmuseum hätten sich dessen Erweiterung und die Feierlichkeiten im vergangenen Jahr ausgewirkt. „Wir hatten seit August 27 000 Besucher“, verdeutlicht Gaßmann den Trend anhand von Zahlen.

Bei ihrem Rundgang kommen Gäste in einen Raum, in dem sie per Kreide oder auf Zetteln ihre persönliche Meinung zum Gesehenen kund tun können. Dabei fällt der Blick auch auf einen Kommentar, der dem Team große Freude machen dürfte: „Dieses Museum ist das beste Geschichtsmuseum in Deutschland.“

Von Axel Artmann

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