Eva Roth schließt die große Glastür auf, geht zu einem Lager, nimmt einen Staubsauger, betritt einen Kinosaal und reinigt den Raum. „Am Wochenende gibt es den meisten Müll“, berichtet die Mutter des Kinobetreibers: „Da kommen schon mal zwei große blaue Säcke zusammen.“ Mitunter würden drei Stunden vergehen, bis beide Säle sauber sind.
Nicht nur Popcorn, die zugehörigen Tüten, Strohhalme und einiges mehr verteilen sich im Saal. „Wir haben auch schon Brillen und Handys gefunden“, erzählt ihr Sohn Frederik Roth. Haben die Besitzer diese Fundstücke nicht innerhalb von zwei bis drei Monaten abgeholt, bringt sie Roth ins Fundbüro.
Die Art des Mülls hängt nach seiner Erfahrung vom Film ab: „Nach einem Liebesfilm liegen mehr Taschentücher herum, nach Horrorfilmen ist es mehr Popcorn, bei Kinderfilmen findet man alles.“
Das Beseitigen des Abfalls ist nur eine Aufgabe, die im Vorfeld der Vorführungen auf Roths wartet. So müssen die Getränkevorräte aufgefüllt und Popcorn vorbereitet werden. Dabei setzt das Team auf ein Spezialrezept. Neben Mais, Fett und Zucker gehört Vanillezucker dazu, verrät Roth.
Seit Januar bietet das Kino jeden Sonnabend um 10.30 Uhr spezielle Kinderfilme an. „Während die Kinder den Film anschauen, können die Eltern in aller Ruhe einkaufen“, lautet die Philosophie des Konzeptes, das bisher allerdings „noch ein bißchen mäßig“ angenommen wird.
Bei der Hälfte der Vorführungen kommt mittlerweile digitale Technik zum Einsatz, die Vorbereitungszeit ist entsprechend kurz. „Computer anmachen, Rechner hochfahren, Programm starten“, erläutert der Betreiber.
Moderne Technik macht vieles auf der Leinwand möglich: So möchte Roth in der Filmfabrik die Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika präsentieren. Ob es dazu kommt, soll bis spätestens Ende April entschieden sein.
Die Favoriten in der Filmfabrik waren bisher zum Lachen anregende Produktionen. So lockte Bully Herbigs „Wickie und die starken Männer“ die meisten Zuschauer an. Roth: „Die Eichsfelder sind halt ein lustiges Völkchen.“
Der junge Betreiber selbst hat sich bislang erst drei Filme komplett anschauen können. Am meisten beeindruckt hat ihn „Avatar“: wegen der „vielen tollen Effekte.“
Ist ein langer Kinoabend schließlich zu Ende, gibt es für Roths nur noch eine Aufgabe: „Licht ausmachen und zuschließen.“
Von Axel Artmann
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