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Papst Benedikt XVI.

Am Heiligen Vater führt kaum ein Weg vorbei

Von Heinz Hobrecht

Um 10.30 Uhr landet der Papst am heutigen Donnerstag auf dem Flughafen Berlin-Tegel zum Deutschlandbesuch. Doch schon seit Wochen ist Benedikt XVI. im Eichsfeld allgegenwärtig. Sein Konterfei grüßt von Plakaten und Transparenten. Am morgigen Freitag feiert der Papst an der Wallfahrtskapelle Etzelsbach mit rund 60 000 Gläubigen eine Marienvesper.

Vorfreude auf Vesper in Etzelsbach: An der Bundesstraße 247 in Gieboldehausen weisen Schilder in Serie auf den Besuch von Papst Benedikt hin.

© Thiele

Gieboldehausen . Nicht nur im thüringischen Eichsfeld weisen Begrüßungsschilder auf das Jahrtausendereignis hin. Auch im Untereichsfeld, besonders in Gieboldehausen, ist er präsent. Werner Grobecker vom Kirchenvorstand der St.-Laurentius-Pfarrgemeinde hat am Dienstag gemeinsam mit Bernd Neugebauer mehrere Dutzend Schilder mit dem Abbild des Heiligen Vaters an Straßenbäumen in- und außerhalb der Fleckengemeinde platziert. Vor allem an der Bundesstraße 247 in Richtung Duderstadt ist der Papst präsent. Als „Gruß beim Einzug ins Eichsfeld“ für Pilger aus dem Raum Hildesheim seien die Schilder gedacht, so Grobecker. Er hatte vor Monaten auch für das Aufhängen eines Willkommensgrußes für den Papst am Pfarrheim gesorgt.

„Dann steht die Welt für einen Moment still“

1040 Pilger aus dem Bistum absolvieren mit dem Hildesheimer Bischof Norbert Trelle die 13-Kilometer-Fußwallfahrt nach Etzelsbach – darunter auch zahlreiche Untereichsfelder.

Duderstadt. Die fünf im Pfarrheim von St. Cyriakus versammelten Wallfahrer unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht – doch eine Sache eint sie. Sie gehören zu den früh entschlossenen Überzeugungstätern. „Für uns stand schon ab dem Moment fest, dass wir mitlaufen, als Bischof Trelle es bei der Chrisammesse verkündete,”, erklärt der Westeröder Norbert Vollmer (54). Seine Frau Elisabeth (50) nickt.

Die Hauptmotivation dazu scheidet sich an der Altersgrenze, die durch die Gruppe verläuft. Da ist die Generation 50 plus, der das Küsterehepaar Vollmer ebenso angehört wie Dieter Thriene (62). Für sie ist es die Reise eine Selbstverständlichkeit. „Bei mir weckt das Erinnerung an Kindheit und Jugend, an Wallfahrten nach Germershausen und Vierzehnheiligen”, meint Thriene. Der Gerblingeröder Ortsbürgermeister könnte auch auf seine Ehrengastkarte zurückgreifen, betont er, und sich direkt ans Pilgerfeld fahren lassen. „Doch es gibt mir mehr, mitzugehen“, Mühe müsse mit dem Weg verbunden sein. Zudem habe die Tatsache, dass der Bischof die Gruppe führt, eine Rolle gespielt: „Wann hat man schon die Möglichkeit, in der Heimat mit einem Bischof zum Papst zu pilgern?” Es ist eine kaum steigerbare Wallfahrt im Quadrat, „eine Chance, die nur einmal im Leben kommt“, sagt Vollmer.

An der anderen Seite des Tisches sitzt die junge Fraktion. Luzia Ernst (15) ist Messdienerin und pilgert nicht nur mit, sondern ist mit dem Jugendchor auch an der Aussendungsfeier beteiligt, die in der Oberkirche stattfindet. Sie hat den Papst beim Weltjugendtag in Madrid gesehen, auf einem Feld mit Abertausenden von jungen Menschen. Für sie war es eine ergreifende Erfahrung, mit „Eindrücken, die bleiben“ – ein spirituelles Happening. Propst Bernd Galluschke beschreibt: „Dann steht die Welt für einen Moment still, und es wird klar, dass Nächstenliebe existiert.“ Auf diese besondere Situation hoffen Luzia und Johanna Gniewosz (20), die Katholische Theologie studiert, auch diesmal. Das Besondere, sagen sie, sei weniger das Amt des Papstes oder die Person: „Es ist vielmehr die Gemeinschaft.“ Der Papst sei der Kristallisationspunkt, die Symbolfigur, wegen der die Menschen zusammenkommen und ihren Glauben praktizierten.

Dass diese Symbolfigur Kritik auf sich zieht, haben die Pilgerer im Vorfeld erlebt. Alle fünf sind einer Meinung: Der Besuch bedeute so vielen Menschen etwas, dass er das Geld wert sei. Thriene betont: „Da ist Toleranz gefragt.“ Eine Langzeitwirkung in Glaubensdingen erwartet Vollmer für sich nicht: „Das normale katholische Leben geht danach weiter.“ Er überlegt kurz und schränkt ein: „Ein kleiner Ansporn wird es schon sein.“

Von Erik Westermann

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