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Pilgerzüge

Kein Ansturm auf Pendelverkehr ins Eichsfeld

Von Matthias Heinzel

Obwohl Polizei, der Arbeiter-Samariter-Bund und andere Helferorganisationen ab Freitagmorgen in Rufbereitschaft standen, war gestern selbst sechs Stunden später von Pilger-Andrang auf dem Göttinger Bahnhof nicht allzuviel zu sehen. Nur wenige Papst-Besucher nutzten offenbar die Möglichkeit, von Göttingen aus mit der Bahn zur Station Wingerode im Eichsfeld zu fahren.

Von Andrang keine Spur: Göttinger Bahnsteig am Freitag.

© Hinzmann

Göttingen. Einige aber doch. So auch die im Eichsfeld geborene Roswitha Jaworek, die heute in Hardegsen lebt, und ihr Sohn Andreas Menge. Warum die beiden gläubigen Katholiken den Papst persönlich einmal sehen wollten? „So ein Ereignis gibt es nur einmal im Leben“, meint Jaworek. Ihr Sohn Andreas Menge legt drauf: „Ein Jahrtausendereignis. Das kann man sich nicht entgehen lassen.“

Jaworek schätzt am Papst seine konservative Seite: „Es ist gut, dass er katholische Werte nicht aufgibt.“ Aber: „Bei einigen Dingen allerdings könnte er etwas toleranter sein.“ Sie begrüßt, dass sich der Papst in Erfurt mit Vertretern des Islam traf. Ihr Sohn stimmt zu: „Dieselbe Toleranz, die wir von anderen erwarten, sollten wir gegenüber anderen auch zeigen.“

Aus Uelzen ist Renate Kosubek mit ihrem Sohn Tobias angereist. „Ich bin streng katholisch erzogen.Den Papst muss ich sehen.“ Beide üben allerdings auch Kritik an Benedikt XVI. Amtsführung: Mutter und Sohn wünschen sich eine klarere Stellungnahme zum Thema Missbrauch innerhalb katholischer Einrichtungen. Unterschiedlicher Meinung sind beide bei den Themen Abtreibung und Verhütung: „Da distanziere ich mich von der Haltung des Papstes“, meint Tobias. Mutter Renate zeigt sich hingegen konservativ-katholisch: „Bei diesen Themen bin ich ganz der Meinung des Papstes.“ Die Pilgerzüge ab Göttingen blieben weitgehend leer. Der Göttinger Bahnhofsmanager Detlef Krusche hatte mit größerem Andrang auf seinen Bahnsteigen gerechnet, aber: „Lieber gut vorbereitet sein als später das Nachsehen haben.“

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