Mit der Folge über die kleine Eichsfeld-Gemeinde Wollershausen ist die Tageblatt-Ortsporträtserie „Wir im Eichsfeld“ in dieser Woche zu Ende gegangen. Und damit auch sieben spannende, arbeitsreiche Monate für Autor Erik Westermann und Redaktion des Eichsfelder Tageblatts.
Bodo Koch und Roland Knöpfel beugen sich über eine Landkarte, auf der Wollershausen inmitten seiner Nachbarn zu sehen ist. „Eines muss gleich klargestellt werden“, betont Koch, „sie sind hier nicht im Eichsfeld.
Auf der ehemaligen innerdeutschen Grenze entsteht seit einigen Jahren das Grüne Band – ein Naturschutzgroßprojekt, das die biologische Artenvielfalt bewahrt, sie für den Tourismus erschließt und gleichzeitig das Naturdenkmal Grenzstreifen erhält.
Das kleine Wollbrandshausen hat ein echtes Parkplatzproblem. Nicht nur in Wallfahrtszeiten, wenn die Menschen in Scharen die Prozession zum Höherberg begleiten. Nein, auch im Alltag ist an der Hauptstraße Richtung Krebeck kaum ein Meter frei.
Das (Unter-) Eichsfeld liegt nicht an der See. Und doch gibt es hier Bezüge zu Booten und zur Schifffahrt. Dass dies auch mit der Lage mitten in Deutschland zu tun hat, leuchtet nicht sofort ein.
Die beiden blicken über ein freies Feld in Richtung Duderstadt. „Da war alles Ackerland“, sagen sie und weisen auf das immer näher an Westerode herangewachsene Duderstadt mit den Otto-Bock-Bauten, dem Lärmschutzwall gegen den Verkehr zum Breiten Anger. „Das letzte Haus war die Duderstädter Zigarrenfabrik“, meint Ortsführerin Mechthild Nachtwey und untermalt ihre Verwunderung mit leicht hochgezogenen Augenbrauen.
Sobald wir ins Eichsfeld kamen, fanden sich sogleich Bettelkinder an“, notierte Johann Wolfgang von Goethe. Das war im Dezember 1777. Weiter heißt es: „Nur Nebel, Kot und unwissende Boten.“
Im Zentrum des kugelrunden Dorfes liegt der Gutshof. 50 mal 50 Meter misst der Innenhof, grob geschätzt. In der Wohnstube sitzen drei Werxhäuser an einem dunklen Tisch und lassen die Vergangenheit wieder aufleben – eine Einstimmung auf die Ortsführung im Sitzen. Punkt eins: Landarbeit früher und heute, in Verbindung mit der Rolle der Jugend.
Germershausen und der Höherberg, Klüschen Hagis und der Hülfensberg, Vierzehnheiligen und Bochum-Stiepel: Die Eichsfelder kennen viele Wallfahrtsorte. „Das Pilgern spielt im religiösen Leben der Menschen hier eine wichtige Rolle“, meint Gieboldehausens Pfarrer Matthias Kaminski, in dessen Seelsorgeeinheit der Höherberg liegt.
Den strahlenden Sonnenschein und blauen Himmel nutzen die Tiftlingeröder auch an einem Mittwochmittag intensiv. Da wird Rasen gemäht, in der Auffahrt das Auto repariert, ältere Frauen harken und jähten, junge Frauen schneiden Bäume, Herren mittleren Alters schauen aus dem Fenster ihrer Einfamilienhäuser in den ruhigen Stichstraßen des Ortes und in den Sackgassen der Neubaugebiete, die einen großen Teil des Dorfes ausmachen.
Duderstadt hat zwar eines der ältesten und schönsten Rathäuser Deutschlands, verwaltet wird die Kommune aber vom Stadthaus an der Worbiser Straße aus. Dort residierte bis in die 1970er-Jahre die Verwaltung des damaligen Landkreises Duderstadt. Das architektonisch schlicht gestaltete Amtshaus ist ein steinernes Zeugnis der Zeit vor 1973.
Als Hans Turi die große Kirche im Mittelpunkt Seulingens betritt, nimmt er die Kappe ab. Der Ortsheimatpfleger tippt den Finger in die Weihwasserschale und bekreuzigt sich. Die Türen der barocken Kirche stehen offen, die Sonne flutet den Raum.
Kennen Sie in Bernshausen den Baum, der ein Schild frisst? Wussten Sie, dass im Ort seit 30 Jahren eine Schankstube unberührt im Dornröschenschlaf schlummert? Hätten Sie gedacht, dass das 611-Seelen-Dorf einst das politische und wirtschaftliche Zentrum der Region war? Selbst wenn Ihnen das alles nicht neu ist – so kompakt und vielfältig, wie wir es Ihnen jede Woche an vorstellen, haben Sie dies alles sicher noch nicht gelesen. „Wir im Eichsfeld – 32 Orte im Porträt“ immer mittwochs im Eichsfelder Tageblatt.