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Region erforscht

Verborgenes und Fast-Vergessenes aufgespürt

Von Anne Eckermann

Mit der Folge über die kleine Eichsfeld-Gemeinde Wollershausen ist die Tageblatt-Ortsporträtserie „Wir im Eichsfeld“ in dieser Woche zu Ende gegangen. Und damit auch sieben spannende, arbeitsreiche Monate für Autor Erik Westermann und Redaktion des Eichsfelder Tageblatts.

Spannende Gespräche: Erik Westermann (l.) im Interview mit Gieboldehausens Ortsheimatpfleger Gerhard Rexhausen.

© Mischke

„Im Gedächtnis geblieben sind mir weniger einzelne Orte als vielmehr die Menschen, die so viel Herzenswärme und Heimatbegeisterung ausgestrahlt haben. Das war sehr beeindruckend, zum Teil sogar berührend“, blickt Westermann zurück. Der 35-jährige Tageblatt-Redakteur hat ein gutes halbes Jahr lang das Untereichsfeld erforscht und auf 32 Zeitungs-Doppelseiten alle seine Dörfer vorgestellt. Dort fanden Leser Geschichtliches, Fast-Vergessenes, Aktuelles und jede Menge Daten und Fakten aus ihren Heimatgemeinden. All das ist jetzt im am Dienstag vorgestellten Buch „Wir im Eichsfeld“ zusammengefasst worden und bietet einen bislang einmaligen Überblick über Geschichte(n) und Leben der Region.

Für Westermann, seit Beginn seines Anglistik- und Geschichtsstudiums 1998 in Göttingen ansässig, war das Eichsfeld bis Ende März dieses Jahres noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Nur eine kurze Orientierungsphase blieb ihm, um sich in die Kulturlandschaft Eichsfeld einzuarbeiten, denn bereits am 21. April sollte die erste Folge der Ortsserie im Eichsfelder Tageblatt erscheinen. In Gesprächen mit der Duderstädter Redaktion einen ersten Überblick über das jeweilige Dorf und seine Besonderheiten erfahren, Kontakte knüpfen und mit Hilfe der Verwaltungen eine Fülle von Daten zusammentragen: Das waren notwendige Vorarbeiten, die mit wenigen Worten beschrieben sind, aber viele Stunden in der Umsetzung brauchen. „Das erforderte zum Teil sehr zeitaufwändige Recherchen“, so Westermann.

Nicht in erster Linie die offensichtlichen Geschichten aus den Eichsfelder Orten wollte der Redakteur hören: „Ich hatte mir vorgenommen, das Verborgene oder Fast-Vergessene zu suchen. Und das war mühevoll, zumal, wenn man nicht in den Mysterien der Dörfer steckt.“ Dabei halfen auch die alteingesessenen Redakteurs-Kollegen, die die Region seit Jahrzehnten wie ihre Westentasche kennen. Oder auch nicht, wie sie nach dem Lesen manch einer Folge verwundert feststellten. „Verborgene Geschehnisse aufzuspüren hat manchmal fast detektivische Freude gemacht, was vielleicht aber auch meinem Geschichtsstudium geschuldet ist“, erinnert sich Westermann an den Riesen Gerlach aus Obernfeld oder den Mord in Lütgenhausen.

Das, so der Autor, seien schon „echte Knaller“ gewesen: „Ich hatte nicht damit gerechnet, in kleinen und kleinsten Orten so außergewöhnliche Histörchen zu finden.“ Um das zu erreichen, waren laut Westermann pro Folge mindestens vier Ortstermine mit ein bis zwei ausgiebigen Rundgängen nötig: „Dabei habe ich Menschen, Dörfer und Landschaft peu à peu kennengelernt.“ Nur rund eine Woche Zeit blieb dem Redakteur für jedes Dorf: „Das Buch sollte im November erscheinen, da war ein straffer Zeitplan unumgänglich.“

Möglich sei das bislang in der Region einzigartige Projekt nur durch die Unterstützung aus den Dörfern selbst gewesen: Ortsheimatpfleger und engagierte Bürger lieferten Geschichtliches und Geschichten, Anekdoten und natürlich Fotos, die sie nicht selten aus Privat-Archiven oder Familienalben kramten. „Ich bin überrascht, wie viel Begeisterung die Eichsfelder für ihre Dörfer in sich tragen. Es war schön zu sehen, dass Offenheit und ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Heimat durchaus auch zusammengehen können“, betont Westermann, der die Eichsfelder Dörfer-Anthologie „weniger als Sachbuch, mehr als spannendes Geschichten-Buch“ betrachtet.

Das Buch zur Ortsporträt-Serie „Wir im Eichsfeld“ ist zum Preis von 14,90 Euro im E-Shop des Tageblatts, in der ET-Geschäftsstelle Duderstadt, Auf der Spiegelbrücke 11, in den Duderstädter Buchhandlungen Seseke und Mecke, bei der Bücherinsel Gieboldehausen sowie während der Ausstellungen in den Sparkassen Duderstadt (Bahnhofstraße) und Gieboldehausen (An der Kirche) erhältlich.

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Editorial

Kennen Sie in Bernshausen den Baum, der ein Schild frisst? Wussten Sie, dass im Ort seit 30 Jahren eine Schankstube unberührt im Dornröschenschlaf schlummert? Hätten Sie gedacht, dass das 611-Seelen-Dorf einst das politische und wirtschaftliche Zentrum der Region war? Selbst wenn Ihnen das alles nicht neu ist – so kompakt und vielfältig, wie wir es Ihnen jede Woche an vorstellen, haben Sie dies alles sicher noch nicht gelesen. „Wir im Eichsfeld – 32 Orte im Porträt“ immer mittwochs im Eichsfelder Tageblatt.

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