Duderstadt. Das ist eine zurückhaltende Formulierung für eine Rekordbilanzsumme von 615 Millionen Euro und einen Gewinn von fünf Millionen Euro. Internationale Staatsschuldenkrise und turbulente Eurorettung bilden die Kulisse für die Bilanzpressekonferenz des Sparkassenvorstandes. Das „leidige Thema“ wird von Vorstand Hermann Vorwald aber nur gestreift, bevor er die Zahlen vorstellt: Das Einlagengeschäft ist um rund neun Millionen Euro auf nun rund 480 Millionen Euro gewachsen. Die Eichsfelder setzten beim Sparen auf Sicherheit und schnelle Verfügbarkeit ihres Geldes, so Vorwald.
Bei den Krediten seien 95 Millionen Euro neu zugesagt worden. Damit erhöhe sich das Kreditvolumen auf rund 400 Millionen Euro. Knapp die Hälfte sei an Privatkunden geflossen – oft für Gebrauchtimmobilien und Modernisierungsmaßnahmen, weniger für Neubauten. „Wir haben eine große Nachfrage nach Einfamilienhäusern im Bereich von 100 000 bis 150 000 Euro“, sagt Markus Teichert vom Führungsteam der Sparkasse. Die Unternehmen würden ihre Kredite für Investitionen in Immobilien und Maschinen benötigen, so Teichert. Er sieht in der ungebrochenen Kreditnachfrage der heimischen Betriebe ein ermutigendes Zeichen.
Der wirtschaftliche Erfolg der Sparkasse sei Grundlage für das soziale Engagement des Hauses, schlägt der Vorstand den Bogen zur Förderung von Schulen, Vereinen, Initiativen und Kirchen mit insgesamt 200 000 Euro im vergangenen Jahr. Das werde noch ergänzt durch Mittel aus der Sparkassenstiftung. 25 000 Euro sind aus Mitteln der Kultur- und Sozialstiftung der Sparkasse Duderstadt in Projekte in der Region geflossen.
Wüstefeld: „Das ist unsere Region“
Wir sind auf Gedeih und Verderb mit der Region verbandelt“, sagt Alfons Wüstefeld. Das hohe Maß an Identifikation der Sparkasse Duderstadt mit dem Untereichsfeld sieht der Vorstandsvorsitzende als einen Vorteil, das wird im Gespräch deutlich. Die notwendige Berücksichtigung regionaler Interessen stellt er unter die Überschrift der Fairness, zu dem die Bank in ihrem originären Geschäft verpflichtet sei. Aus der räumlichen Nähe zu Kunden und Partnern („Man trifft jeden auf der Straße“) leitet Wüstefeld das Gebot der Nachhaltigkeit ab. „Das ist unsere Region“, bekräftigt er.
Das spiegele sich auch bei den Mitarbeitern wider, die zu 95 Prozent aus dem Untereichsfeld stammten, fügt der Vorstandsvorsitzende hinzu. „Sie identifizieren sich, das bedeutet ein ganz anderes Arbeiten“, sagt er mit Verweis auf das Engagement der Beschäftigten in Vereinen, kulturellen, kirchlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten. Für Wüstefeld sind das wichtige Bausteine für den Erfolg der Sparkasse, der sich in den Kennziffern der Bilanz 2011 ausdrückt (siehe Haupttext). Die Rolle der Sparkasse als regionaler Wirtschaftsfaktor wird auch in weiteren Zahlen deutlich: Mit rund 180 Mitarbeitern, darunter 20 Auszubildende, ist sie ein wichtiger Arbeitgeber. Acht Millionen Euro an Gehältern und Sozialleistungen bringen Kaufkraft in die Region. 1,6 Millionen Ertragssteuer fließen in die öffentlichen Haushalte und machen die Sparkasse zu einem bedeutenden Beitragszahler für die Kommunaletats.