Nicht selten werden die Angerufenen auch psychologisch in die Zange genommen, um ihnen Verträge unterzuschieben oder die eigene Bankverbindung herauszugeben. Diese Erfahrung musste dieser Tage auch der pensionierte Bundesgrenzschutz-Beamte Helmut Kohrell aus Duderstadt machen. Ein Vertreter einer Gewinnspielorganisation hatte sich gemeldet und Kohrell unter anderem angeboten, ihn gegen eine Gebühr in Werbesperrlisten eintragen zu lassen. Dafür müsse er seine Bankdaten angeben. Das lehnte Kohrell ab, wandte sich stattdessen an die Verbraucherberatung und die Polizei in Duderstadt.
Tatsächlich, so bestätigt Ilsemarie Nießen von der Osteroder Geschäftsstelle der Verbraucherzentrale Niedersachsen, habe in letzter Zeit die Werbung für diverse Gewinnspiele oder für die Eintragung in Werbesperrlisten deutlich zugenommen. Dabei fragten die Anrufer in der Regel nach Kontonummer und Bankleitzahl. In anderen Fällen gaukelten die Anrufer das Bestehen eines Vertragsverhältnisses vor. Die Angerufenen würden dann gefragt, ob sie den Vertrag verlängern oder beenden möchten. Dafür sei aber ebenfalls die Angabe der Bankdaten notwendig. Besonders dreist sei es, so Nießen, wenn die Anrufer sich als Verbraucherschützer ausgäben und anböten, sie könnten Verbraucher vor lästiger Werbung bewahren. Dafür müsse aber ein gebührenpflichtiger Vertrag abgeschlossen werden, und auch dafür benötige man Kontonummer und Bankleitzahl des Angerufenen.
Die Verbraucherberatung rät bei derartigen Anrufen zu äußerster Zurückhaltung. Unter keinen Umständen sollten eigene Bankdaten preisgegeben werden. Zur Vorsicht mahnt auch die Duderstädter Polizei, bei der immer wieder besorgte Bürger von Gesprächen berichten, in denen dubiose Angebote gemacht und mit Drohungen psychischer Druck ausgeübt werde. Persönliche Daten und Bankverbindungen, so die Polizei, sollten Fremden gegenüber in keinem Fall herausgegeben werden.
Von Sebastian Rübbert