Duderstadt. Rund 350 Arbeitsstunden haben die angehenden Kfz-Mechatroniker und ihr Ausbilder seit Oktober vergangenen Jahres in die Grundsanierung des ehemaligen DDR-Militärfahrzeugs investiert. Der 1983 gebaute Wartburg, der ehemals als Kurierfahrzeug des Grenzregiments 4 in Heiligenstadt auf Achse war und nach der Wende kurzzeitig für die Gemeinde Teistungen lief, gehört zur Flotte der im Grenzlandmuseum ausgestellten Fahrzeuge.
„Teilweise musste ich sogar auf meine Pause verzichten“, beschreibt Kraftfahrzeugmeister Oppermann das Engagement seiner Schüler, die mit großer Tatkraft und Freude beim Neuaufbau und der Reparatur des Wartburgs außerhalb der regulären Schulstunden halfen. Praktisch in alle Einzelteile sei das Fahrzeug zerlegt worden, nachdem es mit herunterhängendem Auspuff von Teistungen in die Ausbildungswerkstatt der BBS nach Duderstadt transportiert worden war, berichtet Oppermann. Neu lackiert, dennoch authentisch mit einigen Dellen und Macken, so wie es beabsichtigt war, stellt sich das olivgrüne Vehicel jetzt dar. Damit fahren ist allerdings nicht möglich, da alle benzinführenden Teile außer Kraft gesetzt wurden. „Es ist eben ein Ausstellungsstück“, war sich Lehrer Oppermann mit Georg Baumert vom Grenzlandmuseum einig.
Paul Schneegans, Geschäftsführer des Fördervereins Grenzlandmuseum, und Ben Thustek, Verantwortlicher für die Bildungsarbeit im Museum, bedankten sich im Namen des Vorstandes beim Werkstatt-Team für die „hervorragende und beispielhafte Arbeit“. „Wir haben dies gern gemacht“, sagte Schulleiter Timo Tuschling im Beisein seines Stellvertreters Friedel Nolte. Die Schulleitung sei stolz auf die Wartburg-Mannschaft.
Meister Oppermann hat die Reparaturphase des Wartburgs in der Schule in Bildern festgehalten. Ein DDR-Nationalitätenkennzeichen, das am Heck des Wartburgs angebracht ist, wurde in Eigenarbeit erstellt. „Die Arbeit hat uns großen Spaß gemacht“, meinten der 16-jährige Jonas Saul und sein drei Jahre älterer Mitschüler David Hielscher, die beide in Neuendorf im Eichsfeldkreise zu Hause sind. Einen Wartburg, der heutzutage noch als „normales Auto“ im Ort unterwegs ist, kennen die beiden ebenso wenig wie Mitschüler Raul Goldmann aus Seeburg. Bei einigen Leuten stehen solche Fahrzeuge noch zur Erinnerung in der Garage.
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