Marode Brunnen, verwaiste und vereiste Tischtennisplatte: Einen tristen Eindruck macht der St.-Martin-Platz im Seeburger Ortskern.
Zurzeit verbreitet der zum Ortsjubiläum vor 30 Jahren angelegte Dorfplatz, auf dem früher ein Spritzenhaus stand, lediglich dörfliche Tristesse, wirkt zusammengestückelt und vernachlässigt. Eine vermooste rustikale Holzbank und eine grün gestrichene Bank mit Betonfüßen leisten drei modernen Sitzgelegenheiten mit Metallfüßen Gesellschaft. Schiefe und gerissene Betonpoller grenzen den Platz zum Kirchweg ab, ein Gestrüppstreifen zur Seestraße. Verloren wirkt der Gedenkstein zur Tausendjahrfeier, verwaist die Tischtennisplatte, trostlos die beiden funktionslosen Brunnen: der hölzerne Zierbrunnen mit der Aufschrift „Dorfplatz St. Martin“ ebenso wie der bereits seit Jahren trockengelegte Dorfbrunnen mit dem der Burg aus dem Ortswappen nachempfundenen Burgenstein, der Risse aufweist und verkalkt ist.
„Der jetzige Zustand ist eine Blamage für unseren Ferienort“, sagt Streicher. Für die Sanierung des Dorfbrunnens und neue Pumpen sollen jetzt Angebote eingeholt, der Holzbrunnen neu gestrichen werden. Sollte eine kostengünstige Solaranlage für den Pumpenbetrieb nicht möglich sein und die Stromkosten den Etat der Gemeinde zu stark belasten, regt Streicher als Alternative eine Bepflanzung der Brunnenanlage an.
Neu bepflanzt werden sollen auf jeden Fall die Beete, die den St. Martin-Platz einfassen. Von der Seestraße aus soll ein Weg mit Blickachse auf den Brunnen angelegt werden. Neben einheitlichen Bänken schlägt Streicher vor, die Beton-Verbundsteine durch Platten zu ersetzen. Dadurch könnten auch die durch Baumwurzeln entstandenen Stolperfallen beseitigt werden. Die Tischtennisplatte will Streicher an einen anderen Standort versetzen lassen, das Dorfplatz-Ensemble stattdessen um eine Tafel mit einem kurzen Abriss der Kirchen- und Ortschronik abrunden. Die hat – ebenso wie die Pläne für die Neugestaltung des Dorfplatzes – der Seeburger Heinz Goldmann entworfen.
Von Kuno Mahnkopf