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Gieboldehausen

Eigenes Haus mit Kicker, Küche und Billard

Jugendräume erleben eine Renaissance. Auch im Eichsfeld sind in einigen Ortschaften neue Treffpunkte für Jugendliche entstanden.

Der harte Kern: André Gauer, Enrico Wedekind, Tobias Höfner, Florian Dahl, Christopher Preis, Tillman Hartung und Thorsten Rösler (von links).

© Walliser
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Während Jugendliche in anderen Gemeinden darum kämpfen, einen einzigen Raum mit Heizung und Wasseranschluss zu bekommen, genießen die Gieboldehäuser Jugendlichen Platz über zwei Etagen mit Billardraum, Kicker, Küche, Aufenthaltsraum mit Sofa und Fernseher, ausreichenden sanitären Einrichtungen und einem Garten. Ein malerisches Fachwerkhäuschen mit Garten hat ihnen die Gemeinde Gieboldehausen zur Verfügung gestellt. Die Jugendlichen, die sich hier treffen, kannten sich auch vor der Gründung des Jugendraums. „Das waren aber eher flüchtige Bekanntschaften in kleineren Gruppen. So richtig angefreundet haben wir uns erst hier im Jugendraum“, sagt Florian Dahlke. „In größeren Gruppen kann man sich schlecht privat treffen. Die meisten Eltern finden das nicht so toll, wenn zehn Leute zu Hause zusammen hocken“, nennt Tillman Hartung einen entscheidenden Grund, der die jetzige Gruppe motivierte, den Jugendraum in Gieboldehausen zu reaktivieren. Das ist jetzt zwei Jahre her. In dem Haus in der Fleckenstraße seien auch vorher schon Jugendgruppen aktiv gewesen. Die fantasievolle Wandgestaltung stammt zum Teil noch von den Vorgängern.

Tillman hat zusammen mit Thorsten Rösler und Tobias Höfer im letzten Jahr die Juleica (Jugendleitercard) gemacht. „Der Lehrgang ging über drei Wochenenden. Das hat Spaß gemacht, und man konnte sich mit anderen Jugendlichen austauschen, die ebenfalls in Jugendräumen aktiv sind“, sagt Tillman. Regen Kontakt pflege man zu den Krebeckern, den Rollshäusern und den Germershäusern. „Wir treffen uns an Wochenenden oder grillen im Sommer“, erzählt Tobias. Außerdem sei man bemüht, ein gutes Verhältnis zur Gemeinde aufrecht zu erhalten. So habe man schon den Gemeinderat und Bürgermeister Norbert Leineweber ins Jugendhaus eingeladen, und einmal fand sogar die Gemeinderatssitzung hier statt, erläutert Jugendreferent Dirk Glowatz. Die Nachbarn hätten die Handynummern der Verantwortlichen – „falls mal was ist“, sagt Florian, der nur wenige Meter entfernt wohnt und schnell vor Ort sein kann. „Wenn man einen funktionierenden Jugendraum aufbauen will, ist es am wichtigsten, das Vertrauen der Gemeinde zu gewinnen“, betont Thorsten. Dabei sei es vorteilhaft, die Erwartungen nicht von Anfang an zu hoch zu stecken und Kompromissbereitschaft zu zeigen. „Wenn man erst mal nur montags und mittwochs aufmachen darf, oder abends nur bis 22 Uhr, ist das besser als gar nichts“, zeigt seine Erfahrung. Wenn keine Beschwerden kommen, würden später oft weitere Zusagen gemacht.

Für die Zukunft wolle man sich in Gieboldehausen verstärkt darum kümmern, auch Jüngere für den Jugendraum zu gewinnen, „sonst fangen die Generationen nach uns wieder von vorne an“, befürchtet Tillman. So mache man bereits Werbung in Vereinen und spreche Jugendliche persönlich an. Auch Mädchen sind noch rar. „Wir freuen uns, wenn jemand einfach mal vorbei kommt“, sagt Thorsten.

Geöffnet ist das Jugendhaus in der Fleckenstraße 59 jeden Tag von 18 bis 24 Uhr.

Von Claudia Nachtwey


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