Mit von der Partie sind zwei Preisrichter von der englischen Shire-Horse-Society, Brian Win und Stewart Barnes. Das Shire-Horse gilt als größte Pferderasse der Welt mit einem Stockmaß von mindestens 168 Zentimetern bei Hengsten und Wallachen beziehungsweise 163 Zentimetern bei Stuten – und einem Gewicht, das oft über 1,2 Tonnen liegt.
Nach der Begrüßung durch Christian Rink begrüßen auch die ersten dieser Riesenpferde die Zuschauer. Auf „Dolly“ und „Glory“ zeigen Jennifer und Corinna die Dressierbarkeit der friedfertigen Kaltblüter. Am Rande, aber aufgrund seiner Größe nicht zu übersehen ist „Sandor“. Mit einem Stockmaß von 1,97 Metern ist er der größte Vertreter seiner Art auf der Pferdeschau. Insgesamt sind 20 Shire-Horses angemeldet. Ihre Besitzer sind aus der gesamten Bundesrepublik angereist, zum Beispiel aus Bayern oder Sachsen-Anhalt – aber auch von außerhalb der Bundesrepublik, nämlich aus dem Ursprungsland der Shire Horses: England.
Die Preisrichter nehmen die Pferde genau in Augenschein, achten unter anderem auf ihre Bewegungen, ihren Körperbau. Die Schweife sind dabei hochgebunden, damit Win und Barnes genau die Hinterläufe sehen können, zum Beispiel die Stellung der Knie und Hufe. Christian Rink sagt die zu bewertenden Pferde an. In den Durchsagen werden außer den Namen von Reiter und Tier auch die Namen von deren Elterntieren, Besitzern und Züchtern genannt. Bewertet werden Stuten, Hengste und Wallache verschiedenen Alters, aber auch Fohlen sowie die beste Stute und der beste Hengst Niedersachsens, ebenso der „All-Over- Champion“, also der Gesamtsieger.
Zu gewinnen gibt es auch etwas für die zahlreichen Gäste. Dafür müssen sie die Gewichte von drei der beteiligten Pferde möglichst genau schätzen.
Ein Interessierter erkundigt sich nach der Preisklasse von Shire-Horses. „Fünf bis zehn“, lautet Rinks Antwort. Pferdefreunde müssen also zwischen fünf- und zehntausend Euro für ein Shire-Horse berappen.
Stockmaß
Die Größe etwa von Pferden und Hunden wird oft Stockmaß genannt. Gemeint ist die Höhe des Widerrists (erhöhte Stelle im Übergang vom Hals zum Rücken) bei gesenktem Kopf. Sie wird meist ermittelt mit einem Bandmaß oder mit einem Stockmaß, daher die Bezeichnung. Da die Größe oft entscheidendes Zuchtmerkmal bei der Körung (Freigabe eines Tieres zur Zucht nach entsprechender Prüfung) ist, wird das Stockmaß in den Papieren etwa eines Pferdes angegeben. Anders wird die Größe bei Tieren mit anderem Körperhöhepunkt ermittelt, so etwa beim Rind anhand des Kreuzbeins.
Auf Größe und Kraft gezüchtet waren Shire Horses nicht nur in der Landwirtschaft und vor den Kutschen englischer Brauereien im Einsatz, sondern ursprünglich als Ritterpferde. So waren auch Ritterspiele Teil des Show-Programms.
Von Matthias Moneke
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