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Gieboldehäuser Denkmal-Stifter

Geheimnis um Nepomuk-Verehrer gelüftet

Als Brückenheiliger wird Johannes Nepomuk verehrt, dessen Namenstag Katholiken am heutigen 20. März feiern. Gieboldehausen und Duderstadt verfügen über Standbilder des Märtyrer-Priesters, den der böhmische König Wenzel IV. 1393 in Prag in der Moldau ertränken ließ.

Lüftet das Geheimnis um den Stifter der Nepomuk-Statue: Heimatpfleger Gerhard Rexhausen hat lange recherchiert.

© Pförtner
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Die Inschrift lässt einen erst mal schlucken: „Oh, du Geschwätz gierender, geschwätziger Abschaum, lerne zu schweigen!“ steht auf dem Sockel des Gieboldehäuser Nepomuk-Denkmals – allerdings auf Latein. Auf der Vorderseite heißt es: „Die schweigende Zunge führte, von der Brücke triumphierend, Lorbeeren.“ Nepomuk erlitt das Martyrium, weil er schwieg. Der Generalvikar des Bistums Prag weigerte sich, König Wenzel Auskunft zu erteilen. Den König interessierte, was die Königin zu beichten hatte.

Die Gläubigen wahrten das Andenken an den standhaften Priester. 1729 sprach ihn die katholische Kirche heilig. „Die Inschrift des Gieboldehäuser Standbilds stellt einen Bezug zwischen Nepomuks Sturz von der Moldau-Brücke und dem Lorbeerkranz her, mit dem in der Antike Sieger geehrt wurden“, erläutert Gieboldehausens Ortsheimatpfleger Gerhard Rexhausen. Nepomuk entwickelte sich zum Brückenheiligen. Auch in Gieboldehausen fand er an einer Brücke, der über die Hahle, seinen Standort.
Dass Nepomuk während der Barockzeit zu einem wichtigen Heiligen der Gegenreformation aufstieg, liegt jedoch an seiner Funktion als Patron der Beichtväter. Die protestantischen Kirchen haben das Bußsakrament (nicht die Buße) verworfen. Die katholische Kirche förderte daher die Verehrung Nepomuks. Schon 14 Jahre nach der Heiligsprechung, 1743, entstand die Gieboldehäuser Statue. Bereits seit 1724, also schon fünf Jahre vor der Heiligsprechung, gibt es eine Nepomuk-Figur in der Duderstädter Kirche St. Cyriakus. Zum Hintergrund: Anfang des 18. Jahrhunderts mühten sich die Jesuiten, das mehrheitlich evangelische Eichsfeld wieder für den katholischen Glauben zu gewinnen.
Eine Inschrift auf dem Gieboldehäuser Denkmal, das mit mehr als vier Metern Höhe für die Region ausgesprochen groß ist, nennt den Stifter: Dominus Godefridus Wagner Parochus – Herr Pfarrer Gottfried Wagner. „Ein solcher Pfarrer war in Gieboldehausen nie tätig“, berichtet Rexhausen. 1743, als die Statue entstand, übte Johann Friedrich Fahrich das Amt des Pfarrers in Gieboldehausen aus.
Lange hat der Heimatforscher recherchiert. Er fand schließlich heraus, dass es damals in Gieboldehausen eine Familie Wagner gab. Einer der Söhne wurde in Malsch und in Deidesheim Pfarrer, erfuhr Rexhausen auf Anfrage beim Bistumsarchiv in Speyer. Der Eichsfelder blieb der alten Heimat verbunden. So übernahm er beim Sohn des Bruders die Patenschaft.

Erstellt hat die Gieboldehäuser Nepomuk-Figur wahrscheinlich der Bildhauer Johannes Süssemann aus Duderstadt. Der Handwerker hatte seine Werkstatt in Obernfeld. Von ihm stammt auch das Grabdenkmal in der Duderstädter St.-Cyriakus-Kirche. 1738 schuf er die Christusfigur an der Kirche in Obernfeld, 1739 die an der Kirche in Gieboldehausen.

Von Michael Caspar


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