„Gut Schuss“: Wenn morgens um zehn Uhr dieser Ruf im Nesselröder Schützenhaus erklingt, dann beginnt für Freunde des Schützenwesens im Natheort auch offiziell die fünfte Jahreszeit. Als dem ersten Vorsitzenden der Schützenbruderschaft, Daniel Engelke, am Sonnabend die magischen zwei Worte über die Lippen kommen, haben die Organisatoren bereits alles für das Pokalschießen der örtlichen Verbände und Vereine vorbereitet.
Schon rund eine Stunde vor der Eröffnung erscheint Hausmeister Franz Rittmeier. Er schließt das Schützenhaus auf, kümmert sich um Verkehrsschilder, die Fahne vor dem Gebäude und einiges mehr. Damensprecherin Hiltrud Ehbrecht und ihr Team schmieren und belegen derweil Brote und kochen Kaffee.
Eine andere Aufgabe wartet auf Schießsportleiter Benno Rust. Er bringt die Sportgeräte mit den entsprechenden Taschen aus der Waffenkammer in den Schießstand, der ebenso wie Scheiben und Munition vorbereitet werden muss. „Waffen und Munition sind getrennt zu lagern“, erläutert erster Schriftführer Hans-Ulrich Leineweber. Die Munition werde einzeln an jeden Schützen herausgegeben und dies genau protokolliert.
Ist alles den Vorschriften entsprechend in die Wege geleitet, können die Schützen ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen. „Morgenstund hat Gold im Mund“, weiß Leineweber aus Erfahrung und meint damit, dass die besten Schießergebnisse oftmals zu früher Stunde erzielt werden. „Man ist dann konzentrierter, es ist nicht so warm, und wenn Schatten auf den Scheiben liegt, ist das günstiger als wenn die Sonne drauf scheint.“ Während beim Königsschießen ein Computer die Auswertung vornimmt, erfolgt sie beim Vergleichsschießen per Auge. Leineweber: „Jeder Teilnehmer kann danach die Scheibe in der Runde zeigen oder mit nach Hause nehmen.
35 Vereine und Verbände sind am Start. Zu den fünf Schützen einer Gruppe gehört der jeweilige Vorsitzende. Damit die Gastgeber nicht zu sehr im Vorteil sind, werden für ihr Team zwei Schützen und ein Ersatzschütze ausgelost. Sie bestreiten mit dem Vorsitzenden, Schützenkönig und -königin den Wettkampf.
Am Start sind auch die Country-Freunde Nesselröden. „Ich gehe einfach rein und schieße. Entweder es wird was, oder es wird nichts“, lautet die Taktik von Ottmar Fürstenberg, die ihm bereits einmal die Würde des Bürgerkönigs eingebracht hat. Ehrenmitglied und früherer Vorsitzender Gerhard Blank wird konkreter und lüftet das Geheimnis des Schießens: „Richtig atmen, den Körper mit Sauerstoff füllen, kurze Atempause und dabei versuchen, den Schuss anzubringen.“ Fußballfans scheint das besonders gut zu gelingen: Der HSV-Fanclub gewann das Vergleichsschießen.
Von Axel Artmann
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