Desingerode. „Wir wollen eine große Party starten“, kündigte der schlagfertige Sitzungspräsident Axel Kaldeich zum Auftakt an und sollte nicht zuviel versprochen haben. Mehr als vier Stunden ging es Schlag auf Schlag, jagte eine Pointe die nächste, sorgten gelungene Sketche für Lachsalven, begeisterten Tanz- und Showbeiträge das Publikum im Gasthaus Freckmann.
Die Interessengemeinschaft Eichsfelder-Carneval-Vereine, an diesem Abend vertreten durch Bilshausen, Desingerode, Hilkerode, Krebeck, Mingerode, Westerode und Wollbrandshausen, präsentierte ein Programm der Extraklasse. Bekannte Größen aus den Vereinen zogen ebenso alle Register ihres fröhlichen Könnens wie Nachwuchskräfte mit sichtbarem Talent. Originelle Kostüme und fantasievolle Choreografien trugen immer wieder zum hohen Erlebnis- und Überraschungswert des Büttenabends bei.
Den ersten Auftritt hatte Desingerodes Ortsbürgermeister Hubert Kopp (CDU), der die Schirmherrschaft des Büttenabends übernommen hatte. Er freute sich, dass der Erlös dieser Veranstaltung an den örtlichen Kindergarten gestiftet wird, den er als „unser Schmankerl“ bezeichnete. „Wir hoffen, dass wir ihn noch lange behalten können“, so Kopp. Dies hänge natürlich entscheidend davon ab, dass junge Leute für den entsprechenden Nachwuchs sorgen. „Wenn keine Kinder geboren werden, steht unser Kindergarten nicht gut da“, gab der Ortsbürgermeister zu bedenken.
Vom „Alten Seebären“ Markus Schatz aus Westerode, der den Saal mit teilweise derben Witzen und Hans-Albers-Charme zum Toben brachte, über stimmgewaltige karnevalistische Dauerbrenner wie Carsten Ochsenfahrt aus Bilshausen oder bekannte Institutionen wie den Wollbrandshäuser Gerichtshof bis zum pointensicheren Mingeröder Wortakrobaten Peter Wagner als „Paul Panzer“ erlebte das Publikum anschließend eine närrische Gala vom Feinsten mit hohem Spaßfaktor und vielen verblüffenden Momenten.
Deutlich wurde an diesem Abend auch: Der deutsche Schlager schwimmt bei den Eichsfelder Frohnaturen generationsunabhängig auf einer Woge der Beliebtheit. Ob Showeinlagen zu beliebten Udo-Jürgens-Hits oder Gardetanz nach Reinhard Meys verpopptem Klassiker „Über den Wolken“: Die Freunde dieser Musikrichtung kamen ein ums andere Mal auf ihre Kosten. Da standen dann gerade auch die jugendlichen Besucher auf den Stühlen und sangen begeistert die bekannten Lieder mit. Einen stimmungsvollen Akzent setzte der Desingeröder Werner Jahnel mit spektakulärer Frisur und einer Howard-Carpendale-Parodie. Sitzungspräsident Kaldeich brachte zu später Stunde das Desingeröder Karnevals-Klima in einer der kältesten Nächte dieses Winters präzise auf den Punkt. „Draußen zehn Grad minus, hier drin wie auf Mallorca.“
Von Axel Artmann
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