Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke und Geheimverhandlungen mit Stromkonzernen mögen von Merkel und Co. noch so gebetsmühlenartig damit begründet werden, dies ermögliche den Ausbau regenerativer Energien. Glaubhaft ist das nicht. Das wird in Krebeck deutlich, hier stellen sich die Bioenergiedörfer vor. Sie zeigen, wie regenerative Energie schon jetzt lokal, von den Menschen akzeptiert, ökologisch verantwortlich und ökonomisch vernünftig erzeugt wird. In diesem Fall ist Geographie ein Ausdruck politischer Realitätsnähe.
Kommentare
Realität Gundelach – 15.09.10
Lt. Energiekonzept der Bundesregierung soll es bis 2050 überwiegend Null-energiehäuser geben. Die Hälfte an Strom soll aus erneuerbaren Energien kommen. Die Stadtwerke engagierten sich erheblich beim Ausbau erneuerbarer Energien und bei effizienten Methoden der Stromerzeugung. Angesichts des Energiekonzepts der Bundesregierung drohen die Betreiber der deutschen Stadtwerke damit, ihre Investitionen in umweltfreundliche Energien zurückzustellen (GT 08.09.2010). Die Prognosen der demographischen Entwicklung sprechen von Bevölkerungsschwund und Überalterung, was den Schluss zulässt, dass künftig weniger Strom in privaten Haushalten verbraucht werden wird. Auch der BUND zweifelt an der offiziellen Begründung, wonach der künftige Offshore-Windstrom von der Küste zu den südlicher gelegenen Verbrauchsschwerpunkten geleitet werden soll und somit die 380 kV-Höchstspannungsleitung einzig der Sicherung unserer Stromversorgung diene. Die großen Stromerzeuger planen an der Küste mehrere neue 800 MegaWatt-Kohlekraftwerke. Kohle gehört definitiv nicht zu den regenerativen Energien. Da die Milliardeninvestition für neue Kraftwerke sich rechnen soll, müssen die neuen Kraftwerke unter Volllast im Dauerbetrieb fahren. Wenn das nicht wirtschaftlich ist, wegen zu geringen Stromverbrauchs, ist es sogar denkbar, dass die bestehenden Windkraftwerke zumindest zeitweise abgeschaltet werden. Das steht im krassen Widerspruch zum Kyoto-Ziel, den Kohlendioxidausstoss zu verringern sowie zur Effizienzrichtlinie der EU. Ist das ein NEIN zur Klimapolitik und ein JA zum großen Geschäft? Wir haben die Technik, jeden Ort mit ausreichend Energie zu versorgen. Wir bräuchten einen intelligenten Mix aus Wind, Photovoltaik, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie, die über smart grids (kleine schlaue Netze) gesteuert werden,Offensichtlich handelt es sich bei den Antragsgründen für die 380 kV-Höchstspannungsleitung um eine Ballung von Aspekten, bei denen die Übertragungskapazitäten als Folge der Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien von untergeordneter Bedeutung zu sein scheinen. Wen wundert es da, dass dieses ganze Bauvorhaben vielen Bürgern so erscheint, als ob es überwiegend dem europäischen Stromhandel dient? Im Sinne der Stromliberalisierung in der EU können Großabnehmer dort einkaufen, wo der Strom am kostengünstigsten ist. Die Gewinne machen die vier großen Stromkonzerne, doch die Höchstspannungsleitung haben wir vor der Nase. Der Kraftwerksbauer wählt den für ihn wirtschaftlich optimalen Standort; den erforderlichen Netzausbau finanziert der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) vor. Letztlich zahlen wird, die Verbraucher, die Zeche über den Strompreis. Die Vermutung liegt nahe, dass jeder der Beteiligten nicht die Interessen der Gesamtbevölkerung sieht, sondern seine Partikularinteressen und seine Gewinnmargen im Blick hat.
Das GT nannte in den Artikeln zur 380 KV-Leitung die Internetseite http:/www.rov-wahle-mecklar-online.de. Jeder Privatbürger konnte bis zum 27.08.2007 eine Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren abgeben. Leider habe ich diesen wichtigen Hinweis in der GT-Berichterstattung vermisst. Kommunen wie Delligsen, Einbeck und Salzgitter haben ihre Einwohner vorbildlich darüber informiert. Der Vorhabenträger sagt im Variantenvergleich dort auf Seite 72, dass die Variante B zu etwas höheren Belastungen des Landschaftsbildes führt, so dass die Variante A hinsichtlich der Landschaftsbildbelastung die Günstigere ist. Für das Schutzgut Tiere und Pflanzen wird das Konfliktrisiko bei der Variante A achtmal mit „hoch“ gewertet. Bei der Variante B dagegen neunmal mit „hoch“ und insgesamt siebenmal mit „sehr hoch“. Der Landkreis Göttingen hat sich für die Variante B ausgesprochen, weil die Trasse 18,9 km kürzer sei und somit weniger Eingriffe hervorrufe. Dem ÜNB kann das recht sein, 18,9 km weniger Trasse bedeuten geringere Bau- und Wartungskosten.
Die 380 kV-Höchstspannungsleitung würde u. a. eine dauerhafte, erhebliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes bedeuten, Lärmbelästigung in direkter Umgebung (Surren, Coronaentladung kennen wir schon von der vorhandenen 110 kV-Leitung). Eine schwedische Langzeitstudie ergab: Im Bereich von Hochspannungsleitungen erkrankten Erwachsene doppelt so oft, Kinder sogar vier Mal häufiger, an Blutkrebs. Es kam zu Stress, Herz - Kreislauf - Störungen, Blutbildveränderungen, Beeinträchtigungen des Immunsystems. Bienen und Fledermäuse verloren den Orientierungssinn Die Studie berichtet weiterhin von Ernteausfällen bei bestimmten Kulturpflanzen im Leitungsbereich. Sie berichtet auch von einer deutlich erhöhten Krebssterblichkeit von Personen mit Berufen in der Elektrizitätsbranche.
Hatten wir im Landkreis Göttingen schon mal solch eine Fehleinschätzung? Obwohl seit 1983 Müll vorsortiert wurde, Papier und Glas getrennt abgefahren wurde, im Frühjahr 1984 die Grüne Tonne eingeführt wurde, die TU Clausthal das MBA-Entsorungskonzept für nicht brauchbar hielt, plädierte der Landkreis für den 18,7 Millionenbau der MBA in Deiderode. Mit enormem Zeitdruck, da nach TASi (Technische Anleitung Siedlungsabfall) ab dem 01.06.2005 die Ablagerung nicht vorbehandelten Mülls unzulässig war. Im Betriebsabschluss 2008 ist zu lesen, damals war mit 192,56 Euro je Tonne kalkuliert worden, 210,12 Euro kostete die Behandlung aber tatsächlich. Gründe waren schon damals verringerte Müllmengen (101 724 Tonnen statt kalkulierter 109 900). Hauptgrund der Müllgebührenanhebung liege in sinkenden Müllmengen, sagte Michael Rakete, Geschäftsführer des Abfallzweckverbandes Südniedersachsen (AS). Die Abfallbilanz 2009 des Landkreises berichtet, Haus- und Sperrmüllmengen blieben in den vergangenen Jahren nahezu stabil, der von Gewerbebetrieben stammende Abfall nahm hingegen um mehr als 1000 auf 3113 Tonnen ab. Am 30.01.2010 war im GT unter der Überschrift „Mangel an Müll macht MBA-Arbeit teurer als geplant“ zu lesen: Die Menschen in der Region produzieren weniger Müll. Deshalb kostet sie die Beseitigung je Tonne mehr als geplant. Die Fixkosten sind gleichbleibenden. Weder die durch Getrenntmüllsammlung und demographische Entwicklung zu erwartende geringere Müllmenge, noch das Angebot der Mitbenutzung der Müllverbrennungsanlagen in Kassel oder in Helmstedt hielten die Entscheider damls davon ab, die MBA zu bauen.
Damals wie heute spricht die prognostizierte Entwicklung der Bevölkerungszahl, die Nutzung und die technischen Entwicklung gegen den Bau einer emissionsstarken, gesundheitsbelastenden Investition, unter der die Menschen für Generationen zu leiden haben und für die der Endverbraucher zu zahlen hat. Wie schrieb Herr Lottmann im GT vom 14.09.2010 so richtig „Glaubhaft ist das nicht“. Wer würde da Zweifel an politischer Vernunft und gesellschaftlicher Verantwortung nicht für berechtigt halten?
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Energiekonzept von hier – 11.09.10
Lottmann-der Mann, der gar nichts kann. Das erweist sich wieder im vorliegenden Artikel. Ohne Atomenergie wird sich die Energieversorgung der Zukunft gar nicht sicherstellen lassen. Auch wenn es auf irgendwelchen Orten des Eichsfeldes ein paar stinkende Bioenergieanlagen geben wird. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenRealität xerxes – 11.09.10
Donnerwetter Herr Lottmann! Sie haben tatsächlich eine eigene Meinung und dokumentieren diese auch noch! Wenn das mal gut geht? Nun, Berlin ist ja weit weg, aber das Eichsfeld ringsum präsent. Hier sollten Sie öfter gegen den Strom schwimmen bzw. kritischen Kommentatoren mit Stil eine breitere öffentliche Plattform bieten. Vor der Stadtspitze, die sich mehrheitlich aus den tiefschwarzen Dörfern Tiftlingerode, Langenhagen, Brochthausen, Breitenberg und Gerblingerode rekrutiert, knicken Sie ja zumeist ein. Ob das mit Pressefreiheit gemeint ist? Dass diese "Eliten" alle der CDU angehören, ist den Lesern hinreichend bekannt und verleiht ihnen keinen Glorienschein. Das ET sollte kritischer sein und würde trotz übertriebener Lobestiraden und Personenkult auch weiterhin lesenswert sein. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben
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