Von Kuno Mahnkopf
Der schönste Masterplan nutzt nichts, wenn ihn nicht unternehmerische Aktivitäten mit Leben füllen. Ein schöneres Geschenk zum 60. Geburtstag als den Bau von Stadtvillen hätte die Wohnungsbaugesellschaft Eichsfeld sich selbst und der Stadt nicht machen können – von den an freien Blick gewöhnten Nachbarn einmal abgesehen.
Die Gesellschaft wurde mit dem Ziel gegründet, Wohnungsnot zu lindern. Heute hat sich die Situation umgekehrt, Demografie und Landflucht sorgen für Leerstände. Von einigen der immer schwerer vermietbaren Altbauwohnungen würde man sich lieber heute als morgen trennen. Ist es da sinnvoll, 48 neue Wohnungen zu errichten? Ja, ist es. Denn dabei handelt es sich um zeitgemäßen Wohnraum für das wachsende Bevölkerungssegment der Jungsenioren und Senioren. Statt wie früher an die Peripherie verbannt zu werden, gibt es in der Generation 50 Plus den Trend, in die Innenstädte und Ortskerne zurückzukehren. So wie Wohnungsnot muss auch -überschuss reguliert werden – so paradox es klingt, auch mit Neubauten. Nicht immer hilft Bauen im Bestand weiter.