Von Seulinger zu Seulinger: Wucherpfennig (l.) freut sich über Kümmels jüngstes Werk.
„Wenn ich schnitze, vergesse ich dabei die Zeit“, sagt Kümmel und schätzt, dass er inklusive Schleifen und Wachsen rund 100 Stunden an dem Samtgemeinde-Wappen gesessen hat. „Das ist unbezahlbar“, freut sich Wucherpfennig, der das gute Stück vorerst im Sitzungszimmer im Rathaus in Ebergötzen aufhängen will.
Vom Format her war das Wappen eine Ausnahme: Ansonsten fertigt Kümmel Miniaturen. Neben seinen mittlerweile rund 110 Schnitzwerkzeugen greift der 58-Jährige dabei auch zur Lupe, um in Millimeterarbeit Details herauszuarbeiten. Zumeist verwendet er Totholz verschiedenster Baumarten, das er im Wald findet: „Ich verfeinere Dinge, die die Natur vorgibt.“ Weil die Holzstücke nicht in den Schraubstock passen, hält er sie beim Schnitzen mit der Hand – und hat entsprechend vernarbte Finger. Bereits als Jugendlicher hat der gebürtige Seeburger, der seit 1973 in Seulingen lebt, gemalt und gezeichnet, beim Schnitzen von Krippenfiguren dann seine Liebe zum Holz entdeckt.
Von Kuno Mahnkopf