Eichsfeld.
Sie liegen in Lauerstellung. „Wenn es mal wieder etwas günstiger ist, dann kommt der große Ansturm“, stellt beispielsweise Martin Post, Betreiber der Star-Tankstelle in Duderstadt fest. In Phasen von Preisanstiegen herrsche hingegen eine ausgeprägte Flaute an den Zapfsäulen.
Am Thema Kraftstoff-Preise entzündet sich der Ärger wie an kaum einem anderen. Der ADAC hat in einer Studie die Preissteigerung der vergangenen zehn Jahre dokumentiert: Bei Superbenzin sind es 49 Prozent mehr als noch 2001, bei Diesel gar 72 Prozent. Mehrere hundert Euro Mehrkosten bedeutet das für durchschnittliche Autofahrer jährlich.
Eine Entwicklung, die sich massiv auf das Verhalten der Eichsfelder ausgewirkt hat, wie die Tankstellenpächter der Region feststellen. Zwar tanke kaum jemanden kleinere Mengen, wie Jens Nolte von der Duderstädter Aral-Tankstelle an der Charlottenburger Straße beobachtet. Doch: „Die Menschen schauen extrem auf den Preis“, stellt Post fest. Tankwart Dirk Wiebeck von Duderstädter Aral-Station an der Herzberger Straße sagt: „Es ist unglaublich, wie schnell sich gefallene Preise herumsprechen.“ Lange Schlangen speziell zu Wochenbeginn sind die Folge. Denn bisher fielen am Wochenende die Preise meist leicht – eine Konstante, auf die sich die Autofahrer eingestellt haben. Doch mit dieser Gewissheit könnte es vorbei sein, glaubt Post. „Die Mineralölgesellschaften erhöhen nun auch am Wochenende. Das habe ich in 20 Jahren als Betreiber noch nicht erlebt. Auf diese Preissenkung kann man sich zukünftig nicht mehr verlassen.“
Der vermeintliche Biokraftstoff E 10 hingegen bleibt trotz einer Preisersparnis von mehreren Cent weiterhin ein Ladenhüter. „E 10 meiden die Leute wie der Teufel das Weihwasser“, ist die Beobachtung von Nolte. „Auch noch fünf Cent weniger würden da nicht helfen“, so seine Einschätzung.
Von Erik Westermann
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