Wunde entpuppt sich als Einschussloch: Die dreijährige Katze Shari wurde Anfang der Woche in Gieboldehausen angeschossen.
„Es muss ein gezielter Schuss gewesen sein. Das Einschussloch befindet sich genau zwischen den Augen von Shari“, berichtet Gerhardy. Sie hatte ihre Katze am vergangenen Montagabend wie gewohnt aus ihrem Haus am Lohberg gelassen, ehe sie sich früh schlafen legte. „Ich hatte am nächsten Morgen Frühschicht, deshalb hat zunächst meine Tochter die Wunde entdeckt.“
Als die Eichsfelderin am Nachmittag nach Hause kam und den Hinweiszettel ihres Kindes entdeckte, entschloss sie sich, Tierärztin Andrea Rudolph in Krebeck aufzusuchen. Die entdeckte auf einem Röntgenbild die Kugel im Kopf des dreijährigen Tieres. „Die Kugel muss nicht entfernt werden. Sie kann sich im Kopf nicht bewegen und richtet daher keinen Schaden an“, erläutert Rudolph. Dies sei keine Seltenheit, oft werde bei Katzen erst Jahre später zufällig festgestellt, dass sie schon einmal angeschossen worden seien.
„Da weder ein Luftgewehr, noch ein Kleinkaliber benutzt wurde, wird es sehr schwierig, die Tat aufzuklären“, sagt Helmut Degener von der Polizei Gieboldehausen. Der letzte angezeigte Fall einer solchen Tierquälerei liege bereits ein halbes Jahr zurück.
Die erste Vermutung Gerhardys, dass ein Jäger auf ihre Katze geschossen haben könnte, zerschlug sich. Doch immer wieder werden genau diese in Fällen von angeschossenen Katzen und Hunden mit Beschuldigungen konfrontiert. „Klar denkt jeder erst einmal, dass es ein Jäger war. Doch das ist die absolute Ausnahme“, stellt Stefan Rüttgeroth von der Jägerschaft Duderstadt klar. Der Jung-Ausbilder weist darauf hin, dass das Erlegen von wildernden Katzen und Hunden unter bestimmten Bedingungen zwar legitim ist. Doch da die meisten Jäger selbst Hunde- und Katzenbesitzer seien, sei keiner bestrebt, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Im Normalfall weise der Jagdausübungsberechtigte die Eigentümer auf ihre wildernden Tiere hin, so dass diese reagieren könnten.
In diesem Zusammenhang deutet Rüttgeroth auf eine zunehmende Ignoranz bei Hundebesitzern hin, die den Leinenzwang zur Brut- und Setzzeit vernachlässigten: „Auch unter Berücksichtigung des harten Winters, in dem das Fluchtverhalten der Wildtiere eh sehr eingeschränkt ist, handeln viele Hundebesitzer verantwortungslos, indem sie ihre Tiere frei laufen lassen. Ihnen fehlt leider das nötige Verantwortungsbewusstsein.“
Kommentare
angeschossene katze katzenhasser – 02.03.10
sollen wir die besitzerin bemittleiden? sie ist doch selbst schuld wenn sie ihr vieh nachts draussen rumlaufen lässt. meinetwegen könnten katzen sowieso verrecken, ich hasse diese tiere. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKatze --- – 01.03.10
Dann sollen sie ihre Katze eben im Haus lassen, schließlich ist es ein "Haustier".Warum sperre ich mein Tier die ganze Nacht raus, und lasse sie im Nachbars Garten ka..en?
Man sollte sich nur nen Tier halten, wenn man sich auch drum kümmern kann bzw. will !!! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Waffe? roseguard – 01.03.10
Was soll den das für eine "Waffe" sein? Wenn es kein Luftgewehr war, was denn sonst? Nach dem Schuss aus einem kleinkalibrigen Gewehr (sog. "KK") oder aus eine Waffe mit größerer Durchschlagskraft (z.B. einen Jagdgewehr) wäre von der Mieze nix mehr dagewesen, um darüber zu diskutieren!Aber es ist wie immer: Waffen sind böse, und Jäger (=Waffennarren) sowieso! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Angeschossene Katze II Katzenfreund – 28.02.10
Es geistert ja immer noch die, veraltete, Vorstellung durch die Köpfe, Tiere seien einfach wie Sachen zu behandeln. So stimmt das nicht. § 90a BGB erklärt ausdrücklich, das Tiere keine Sachen sind, auch wenn in vielen Bereichen das Sachenrecht angewandt wird.Ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund zu töten oder zu verletzen steht unter Strafe.
Unabhängig davon ob man Katzen mag oder nicht sollte man auch bedenken, was solche Vorfälle für die Menschen bedeuten, denen das Tier gehört und auch für viele anderen Tierbesitzer.
Davon abgesehen werden ja auch über genug Fälle von Sachbeschädigung (etwa, wenn in größerer Zahl Autospiegel abgebrochen werden) in der Zeitung behandelt.
Überhaupt, bleiben die beiden Punkte, die ich in meinem Kommentar von gestern genant habe unbenommen:
Schießen in einem Wohngebiet und die Frage, ob jemand, der so handelt nicht auch Menschen bei geringer Provokation verletzt.
Es ist schade, dass mansche Leute anderen noch böse Bemerkungen zum Leid zufügen müssen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Katzenklo ralie – 27.02.10
Juristisch gesehen ist das eineSachbeschädigung.
Tötung von Wirbeltieren liegt nicht vor, weil das Vieh lebt noch.
Also, was soll der Scheiss ?
ru Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Angeschossene Katze Katzenfreund – 27.02.10
Unabhängig, wie man zu Katzen steht, ist es sicher eine Meldung, wenn jemand einfach so auf Tiere Schießt.Wenn ein Tier so getroffen wird, muss der Schütze genau gezielt haben, eine Verwechslung mit einem Kaninchen ist also ausgeschlossen.
Man sollte auch die Angst und den Schrecken nicht unterschätzen, die die Besitzerin und deren Tochter beim Anblick des verletzten Tieres durchgemacht haben.
Unabhängig davon gibt es aber noch weitere gute Gründe, den Täter zu ermitteln.
Erstens der Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.
Zweitens hat hier wahrscheinlich jemand in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern mit einer scharfen Waffe geschossen. Auch mitten In der Nacht besteht hier ein hohes Risiko, das jemand verletzt wird.
Drittens kann leider nicht ausgeschlossen werden, dass jemand, der "nur zum Spass" oder "weil er sich darüber geärgert hat" auf ein Tier schießt auch eines Tages Menschen aus ähnlich nichtigen Gründen Schaden zufügt.
Insgesamt also gute Gründe, auch unabhängig von Gefühlen für einzelne Tiere, darüber zu berichten und zu versuchen dem Täter das Handwerk zu legen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Katze mit Hasen verwechselt? gerdy – 27.02.10
Endlich mal wichtige Nachrichten im Eichsfeld. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben