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Außenwohngruppe

„Viele Eichsfelder wissen nicht, dass wir hier sind“

Noch etwas verschlafen und schüchtern schaut die kleine Emily um die Ecke, während ihre Mutter einen Joghurt auf den Esstisch stellt. Die kleine Leckerei verputzt die Zweijährige in Windeseile. Auch Lennox, ein Jahr alt, lässt sich die Zwischenmahlzeit schmecken.

Haben immer Gesellschaft: Lennox, Soraya und Emily (von links) genießen den Nachmittag in der Kuschelecke des Spielzimmers.

© Pförtner
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Emily und Lennox wohnen mit ihren Müttern in der Steintorstraße 4 in Duderstadt. Bei der Gruppe, der neben der einjährigen Soraya samt Mama noch zwei weitere junge Mütter im Alter von 18 bis 30 Jahren und ihre Kinder angehören, handelt es sich um eine besondere Wohngemeinschaft: In der Steintorstraße 4 ist seit drei Jahrzehnten die Außenwohngruppe der Jugendhilfe Am Rhons – vormals Schloss Wollershausen – ansässig.

„Heute vor genau 30 Jahren sind wir in diese Wohnung eingezogen“, erinnert sich Dietlinde Fischer, pädagogische Betreuerin und Frau der ersten Stunde, die hier in Duderstadt von ihren Kolleginnen Martina Ernst, Antje Maulhardt und Friedrike Wendland unterstützt wird. „Das war damals ein Versuch, ein neues Projekt unter dem Motto „Mal sehen, ob wir ein Jahr überstehen“. Jetzt sind wir immer noch hier“, beschreibt Regine Schünemann, Leiterin der Jugendhilfe Am Rhons, die Anfänge. Weder bei der Einrichtung noch während der Jahre vor Ort habe die Gruppe Probleme gehabt. Mit den Nachbarn haben Bewohnerinnen und Betreuer ein gutes Verhältnis, es wird sogar zusammen gefeiert. „Das ist Außergewöhnlich. Viele Eichsfelder wissen gar nicht, dass wir hier sind. Und das ist ein gutes Zeichen. In Göttingen müssen wir da mehr Hürden überwinden“, weiß Schünemann.

In den ersten Jahren wurden in der Wohngruppe ausschließlich Mädchen im Teenageralter betreut und auf ein selbstständiges Leben vorbereitet. „Wer nach Duderstadt wollte, musste einige Jahre in Wollershausen gelebt und sich bewährt haben, mindestens 16 Jahre alt sein und sich in Schul- oder Berufsausbildung befinden“, schildert Schünemann die damaligen Voraussetzungen. Nachdem vor einigen Jahren versuchsweise auch Jungen in der Steintorstraße 4 wohnten, hat sich die Zusammensetzung der Bewohnerinnen mittlerweile geändert. Seit rund eineinhalb Jahren werden nur noch Mütter im Alter von 13 bis 40 Jahren mit ihren Kindern aufgenommen. Fünf Mutter-Kind-Gruppen gibt es derzeit im Landkreis Göttingen. Vier davon sind stationäre Angebote, wie das in der Steintorstraße, bei der fünften Einrichtung handelt es sich um ein so genanntes Trainingswohnen, wo zwei oder drei Frauen mit ihrem Nachwuchs in einer Wohnung weitgehend eigenständig leben und nur stundenweise Betreuung bekommen. Diese Trainingswohngruppe wurde ebenfalls in der Brehmestadt eingerichtet. „Quasi gegenüber, in der Steinstraße“, freut sich Fischer, die damit noch regelmäßig Kontakt zu den Mütter und Kindern hält, die aus ihrer Wohngruppe ins Trainingswohnen wechseln.

Der Kontakt zwischen den jungen Müttern und den Betreuerinnen ist eng, der gesamte Tag wird gemeinsam geplant und verbracht. Einmal pro Jahr fahren alle eine Woche in den Urlaub an die Ostsee. „Da ist der Kontakt gerade auch zu den Kindern sehr eng, distanzieren kann man sich schlecht“, beschreibt Dietlinde Fischer ihr Verhältnis zu den Frauen. 134 Jugendliche und junge Mütter sowie zehn Kinder hat Fischer während der vergangenen 30 Jahre betreut: „Viele ehemalige Bewohnerinnen melden sich auch noch, wenn sie längst erwachsen sind. Wir erfahren dann immer, wie sie ihr Leben weiter verläuft: Hochzeiten, Geburten, Einschulungen – eben alles.“

Anne Eckermann

Mutter-Kind-Gruppe 

In den Mutter-Kind-Gruppen der Jugendhilfe am Rhons werden folgende Schwerpunkte gesetzt: Entwicklung und Festigung der Mutter-Kind-Beziehung, Förderung erzieherischer Fähigkeiten, Entwicklung von Kompetenzen für Alltags- und Lebensbewältigung in sozialen, emotionalen und lebenspraktischen Bereichen und der eigenen Persönlichkeit sowie Schule/Ausbildung.


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  • Kommentar gelöscht gelöscht – 30.03.11
    An dieser Stelle wurde durch die Redaktion ein Kommentar gelöscht, da er nicht den Nutzungsbedingungen entsprach. Die Nutzungsbedingungen für Leserkommentare auf den Internetseiten des Tageblattes finden Sie hier: http://www.goettinger-tageblatt.de/Portal-Service/Nutzungsbedingungen. (kku) Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Ehemalige Bewohnerin Wohngruppenmitglied – 11.01.11
    Ist bei dir wohl schon ein wenig länger her. Bei mir warens Steffi, Dietlinde, Martine, Uwe/Antje.
    Leicht hatten sie´s sicher mit mir auch nicht. Und ein paar Jahre später fehlt einem die Zeit doch :)
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Ehemalige Bewohnerin Marina – 18.08.10
    Dem kann ich mich nur anschließen,die Erzieher hatten es nicht immer leicht mit uns,aber ich denke gerne an die Zeit zurück...Liebe Grüße an die Betreuer,Steffi,Heidi,Dietlinde und Magarethe Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Ehemalige Bwohnerin Wohngruppenmitglied – 14.04.10
    *lach*
    Vor wenigen Minuten noch mit Frau Fischer telefoniert um ihr ein wenig zu erzählen wie es bei mir so ist, und um nach dem Befinden der Gruppe zu frgaen... :) Ja, man meldet sich einfach wieder dort, weil es einem gefallen hat :)Super tolle Betreuung, diese Zeit möchte man nicht missen!
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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