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Zustimmung des Rates unabdingbar

Windpark: Noch ist nichts entschieden


Die Halle war voll. Mehr als 300 Menschen wollten von Vattenfall wissen, wie die Pläne des Energiekonzerns für einen Windpark südlich von Gieboldehausen aussehen. Seit Bekanntwerden des Vorhabens, im Dreieck der Gemeinden Gieboldehausen, Rüdershausen und Rollshausen bis zu sieben Windenergieanlagen zu errichten, wird in den politischen Gremien und öffentlich heftig debattiert. Deshalb hatte die Windkraft-Tochter von Vattenfall zur Informationsveranstaltung in die Rüdershäuser Mehrzweckhalle eingeladen.

In der Hand des Samtgemeinde-Rates: Der Bau des Windparks hängt vom zustimmenden Votum der Volksvertreter ab.

© Fotos: Pförtner/Thiele, Montage: Thiele

Zweieinhalb Stunden lang informierten Vertreter des Hamburger Unternehmens Anwohner umliegender Gemeinden, antworteten auf zahlreiche Fragen, diskutierten sachliche Einwände, reagierten auf emotionale Einwürfe. In der Sache blieben sie oft vage, mussten konkrete Aussagen mit Hinweis auf den frühen Planungsstand immer wieder schuldig bleiben. Heiko Wuttke, bei Vattenfall für Windkraftvorhaben in Deutschland zuständig, hatte das schon bei der Begrüßung formuliert: „Wir befinden uns ganz am Anfang. Es ist noch gar nichts entschieden und geschehen.“ Dahinter steckte nicht nur das Eingeständnis bislang fehlender Daten, sondern auch die Botschaft: Umgesetzt wird das Projekt nur mit Zustimmung und im Einvernehmen mit den betroffenen Menschen.

Diese Botschaft verdichtete sich im Laufe des Abends zu einer Kernaussage: Das erste und letzte Wort zum Windpark spricht der Rat der Samtgemeinde Gieboldehausen. In verschiedenen Formulierungen tauchte dieser Hinweis in den Ausführungen von Christian Vogt auf. Der Projektentwickler stellte vor, was bei Vattenfall an Plänen und Erkenntnissen vorliegt.

Drei Flächen im Bereich der Samtgemeinde Gieboldehausen seien für den Bau von Windenergieanlagen geeignet. „Von diesen schien uns diese die Konfliktärmste zu sein“, sagte Vogt, und erntete dafür vereinzelt Lachen im Publikum. Immer wieder von teils sehr detaillierten, teils emotionalen Fragen unterbrochen, ging Vogt in der Folge auf Einwände ein. So seien Naturschutzgebiete betroffen. „Auch dies werden wir prüfen, auch dies können wir nicht entscheiden“, sagte er mit Verweis auf den Landkreis als Untere Naturschutzbehörde.

Auf Fragen zur Höhe der Windräder beschied er: „Es gibt noch keine Aussage, welche Mühle es wird.“ Wuttke schloss Anlagen in den Dimensionen von Offshore-Anlagen aus. Die Begrenzung der Nabenhöhe sei Gegenstand der „planerischen Gestaltungsfreiheit der Gemeinde“, so Vogt.

Zum erwarteten Schattenwurf hatten die Vattenfall-Vertreter bereits ein Gutachten erstellen lassen. „Es wurde aufgrund der Berichterstattung erstellt. Wir hatten den Eindruck, dass Sie das bewegt“, begründete Pressesprecherin Nina Hildebrandt den Schritt. Ergebnis: Sämtliche Messwerte lägen unterhalb der zulässigen Richtwerte.

Mit dem Hinweis auf gesetzliche Grenzwerte, noch durchzuführende Prüfungen oder mit der Versicherung, Beeinträchtigungen der Bevölkerung ließen sich minimieren, ging Vogt auf die Fragen nach Schall- und Infraschall-Emissionen, Eisabwurf und Kennzeichnung der Windenergieanlagen mit Blinklichtern ein. Zweifel im Publikum an den Ausführungen, die in Nachfragen immer wieder spürbar waren, brachen an einer Stelle sehr deutlich hervor.

Bei der so genannten Visualisierung, der Darstellung der Windräder im Landschaftsbild mittels Fotomontagen, war eine lautstarke Reaktion: „Das ist alles Quatsch“. „Diese Darstellung ist manipuliert“, und andere Vorwürfe wurden laut. „Was Sie hier sehen, haben wir nach bestem Wissen und Gewissen erstellt“, beteuerte Wuttke und wies Vorwürfe der bewussten Täuschung („Sie wollen uns verarschen“) zurück.

Es gab aber vereinzelt auch Äußerungen aus dem Publikum, die eine positive Haltung zum Windpark signalisierten. Auch führte Vogt Vorteile des Projekts für Gemeinden und Grundbesitzer sowie Beteiligungsmodelle aus. Höflichen Applaus bekamen die Vattenfall-Vertreter, bevor es in einer abschließenden Fragerunde noch einmal grundsätzlich wurde. An der Angst vor Zerstörung das Landschaftsbildes und Verlust der Lebensqualität bei den einen und dem grundsätzlichen Ja zur Windenergie bei den anderen hat die Informationsveranstaltung nichts geändert.

Von Ulrich Lottmann

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