Hat ihr neues Fahrzeug nicht im Internet, sondern in Katlenburg-Lindau gefunden: Tanja Engelhardt mit ihrem Sohn Niko.
Das Bilshäuser Ehepaar war auf der Suche nach einem gebrauchten Opel Zafira, den es mit deutschen Papieren, unfallfrei und kostengünstig vor zwei Wochen scheinbar gefunden hatte. Doch bereits nach dem ersten Email-Kontakt mit dem Anbieter kamen bei den Eichsfeldern Zweifel auf. Denn anders als in der Internet-Anzeige beschrieben, war der Standort des Autos nicht Wolfsburg, sondern das niederländische Alkmaar. Die Begründung des Verkäufers: „Der Import des Autos wäre für die Holländer, die aus Deutschland zurück in ihre Heimat gezogen sind, aufgrund der deutschen Papiere zu teuer.“ Deswegen hätten sie sich für einen Verkauf ihres Zweitwagens entschlossen“, berichtet die 35-jährige Eichsfelderin.
Schnell einigten sich beide Seiten auf einen günstigen Übergabeort. Am Bielefelder Hauptbahnhof wollten sich die Engelhardts mit dem Ehepaar Knopper treffen, das während des dreitägigen Email-Wechsels ausführlich von sich berichtet hatte, sogar ein Foto von sich mitschickte. „Das ist die Masche von solchen Betrügern. Sie wollen Vertrauen wecken“, sagt Engelhardt.
Wenige Tage vor der Übergabe erreichte die Eichsfelder dann allerdings eine Email, die sie an ein Gespräch mit Bekannten vor wenigen Wochen erinnerte. „Ich sollte mit der sogenannten Western Union bei der Postbank Bielefeld Geld auf den Namen meines Mannes überweisen. Gleiches wollte auch die Frau des Verkäufers machen, so dass beide Parteien gezwungen wären, in jedem Fall nach Bielefeld zu kommen, um das eigene Geld wieder abzuholen“, erläutert Engelhardt. Als Beweis für die Überweisung sollte jeweils ein Beleg der Postbank dienen. „Ein Bekannter hat uns erst vor Kurzem von solch einem Fall erzählt. Mit gefälschten Personalien hätte der Betrüger dann nämlich das Geld meines Mannes von der Postbank abgeholt. Sie selbst hätten natürlich nichts überwiesen. Es ist noch nicht mal nötig, das Geld bei einer bestimmten Postbank abzuholen, wie wir bei Recherchen herausgefunden haben.“
Anstatt den Kontakt sofort abzubrechen, setzten die Engelhardts das Spiel fort, boten den Knoppers an, nach Alkamaar zu kommen und das Auto vor Ort abzuholen – bis der Kontakt abriss. „Danach haben wir den Verkäufer sofort bei mobile.de gemeldet, und am nächsten Tag war das Angebot nicht mehr zu finden“, erzählt Engelhardt. „Wir haben auch an eine Anzeige bei der Polizei gedacht. Doch uns wurde gesagt, dass es sinnlos sei, da der Verkäufer vermutlich weder in Deutschland noch in Holland sitzt“, fügt sie an.
Ihren Wunschwagen haben die Engelhardts nur wenige Tage später gefunden, mit Standort in Katlenburg-Lindau. „Wir wollten einfach auf Nummer sicher gehen“, sagt Engelhardt und gibt Tipps für die richtige Wahl: „Es ist wichtig, dass die ganze Adresse des Verkäufers im Internet angegeben ist, am besten mit Telefonnummer.“ Zudem, so die Bilshäuserin, sollten die Käufer darauf achten, wo das angebotene Auto fotografiert wurde. „Unseriöse Anbieter nutzen oft neutrale Orte wie Waldwege. Und die Nummernschilder sind abmontiert.“
Weitere Informationen zum Autokauf im Internet gibt es unter www.sicherer-autokauf.de. Die Seite wird seit 2007 von den Internet-Fahrzeugmärkten mobile.de und autoscout24 sowie dem ADAC angeboten.
Von Kristin Kunze
Kommentare
Western Union JG – 05.06.10
Western Union ist wohl die unsicherste Methode um Geld zu überweisen. Kein Treuhandservice, kein Käuferschutz, direkte Geldabholung am Allerwertesten der Welt, auch mit gefälschten Papieren! Nicht aus Spaß haben die in Ihrer Faq 7 Punkte zu Betrugsfällen, darunter die Homepage der Polizei. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldeni-net Automax – 05.06.10
"..es ist wichtig das die ganze Adresse im I-Net steht.."Ist doch bei Privatanbietern auf den Plattformen Mobile & Autoscout24 garnicht möglich.
Tolle Experten ! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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