Einst von Burgen bekrönt: Die Zwillingsberge „Alte Gleichen “ (vorne) und „Neue Gleichen“ südöstlich von Göttingen.
Gelliehausen/Reinhausen. Um sie ranken sich Legenden, sie haben einer Gemeinde den Namen gegeben, sie sind ein häufig genutztes Motiv für Gemälde und Fotos – und sie sind beliebt bei Wanderern. Dabei sehen die sogenannten Zwillingsberge im Süden Göttingens mit den Namen Alte Gleichen und Neue Gleichen auf den ersten Blick unscheinbar aus. Ihr einziges auffälliges Merkmal: Mit 430 Metern (südliche Alte Gleichen) und 428 Metern (nördliche Neue Gleichen) sind sie fast gleich hoch. Und sie stehen im Vergleich zu anderen Kuppen in dieser Region dicht beieinander.
Wenn man nach der Herkunft ihres Namens fragt, wird gerne der Göttinger Mathematiker David Hilbert mit einer sehr mathematischen Erklärung zitiert: „Sie sehen weder gleich aus, noch sind sie wirklich gleich hoch. Aber sie haben den gleichen Abstand voneinander.“ Ein Spaziergang über die beide Berge lohnt sich, auch wenn der Fernblick überwiegend durch hohe Bäume behindert wird – es gibt Lücken. Immerhin sollen auch Theodor Storm, Edith Stein und Wilhelm von Humboldt die Gleichen bestiegen haben. Auf den Neuen Gleichen gibt es heute eine kleine Schutzhütte und einen Grillplatz, auf den Alten Gleichen die Ruinen einer alten Burg. Davon gab es bis zum 30-jährigen Krieg sogar zwei – auf jeder Kuppe eine. Als Ausgangs- oder Endpunkt lohnt sich eine Einkehr in der Gaststätte Die Gleichen in Gelliehausen – schon wegen ihrer über die Region hinaus bekannten Auswahl selbst gemachter Windbeutel.
Gute Park- und Startplätze für eine Wanderung auf die Gleichen sind die Kapelle Wittmarshof an der L 569, Gelliehausen oder Appenrode.