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Messgeräte schlagen erneut aus

Erste Bombe erledigt – zweite noch im Boden?

Es ist wieder ruhig geworden in der Göttinger Weststadt. Die Bombe auf dem Schützenplatz ist entschärft und die bisher größte Evakuierung in der Stadt am Donnerstag Abend problemlos gelaufen. Ob es bei der einen bleibt, ist allerdings offen.

Zum Abtransport verladen: die Zehn-Zentner-Bombe mit angerostetem Kies und Schotter aus sieben Meter Tiefe.

© Theodoro da Silva
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Es gibt einen „zweiten konkreten Verdacht“, sagte am Freitag Stadtsprecher Detlef Johannson. Und es sei nicht auszuschließen, dass die Anwohner am Dienstag erneut evakuiert werden müssen.

Um 1 Uhr nachts ist der erste Bombenspuk vorbei. Die Männer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der zentralen Polizeidirektion atmen auf, wenige Minuten später auch die 495 Helfer und etwa 7000 Menschen aus der Göttinger Weststadt. Die Bombe ist entschärft – ohne Zünder sind 253 Kilogramm TNT im zigarrenförmigen Stahlmantel harmlos. 45 Minuten haben die Experten gebraucht, um den tückischen Langzeitsäurezünder herauszuschneiden. „Es hat alles so geklappt wie gewollt“, sagt Sprengmeister Michael Tillschneider und ist sichtlich zufrieden. Zum ersten Mal hatte das Team ein 250 000 Euro teures Gerät eingesetzt, um den Zünder funkenlos mit einem harten Wasserstrahl herauszutrennen. „Es gab nur die Alternative Entschärfen oder am Sprengen“, fügt Teamleiter Thomas Bleicher an. Und letzteres wäre bei dieser Bombe sehr gefährlich gewesen.

Schon kurz nach der Entwarnung wird die Bombe auf einem Kleinlaster abtransportiert. Alle verfügbaren Polizisten, Feuerwehrkräfte und sonstigen Hilfsorganisationen aus Göttingen und ein Sanitätszug aus Northeim ziehen ab oder bringen die Evakuierten aus den Notquartieren mit Bussen und Krankenwagen zurück in ihr Viertel.

In der Turnhalle der Heinrich-Heine-Schule waren etwa 650 Anwohner untergebracht, im Max-Planck-Gymnasium 250 und 80 in der Stadthalle. Die hatte der Krisenstab zusätzlich geöffnet, als es in den Schulen voll zu werden drohte. Viele waren auch bei Verwandten und Freunden untergekommen oder hatten vor den Sperrbaken auf Entwarnung gewartet. Gesperrt war von 22.30 bis 1 Uhr auch die Bahnstrecke inklusive Bahnhof. Davon sei aber nur ein ICE betroffen gewesen, so eine Bahnsprecherin. Über Behinderungen bei privaten Bahngesellschaften gibt es keine Angaben.

Entdeckt wurde die Bombe bei einer vorgeschriebenen Untersuchung zum Bau einer Sporthalle. Und nun gebe es noch einen weiteren „konkreten Verdacht“, so Johannson. Bestätige sich bei den vorgesehen Grabungen, dass dort eine weitere Bombe liegt, könnte am Dienstag erneut evakuiert werden. Über das Wochenende werde zunächst versucht, mit Pumpen den Grundwasserspiegel zu senken, um das tief liegende Objekt besser erreichen zu können. Zudem werde jetzt vorsorglich auch der gesamte Schützenplatz um das Baufeld herum gutachterlich untersucht.

[Ulrich Schubert]

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