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Chronik der Bomben

Immer wieder Schützenplatz

Bereits zwei Jahre nach Kriegsende explodierte der erste Blindgänger auf dem Schützenplatz. Seitdem gab es in Göttingen immer wieder Bombenfunde oder Explosionen. Die meisten Vorfälle gab es auf dem Schützenplatz: Dort drangen die Bomben tief ins weiche Erdreich ein und hinterließen kaum Spuren.

Schnell und todbringend: B-26 „Marauder“.

© National Archives
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Eine Blindgänger-Chronik:

  • 12. August 1947: Am Schützenplatz detoniert eine am 1. Januar 1945 niedergegangene Fliegerbombe, ohne Schaden anzurichten. Zwei weitere Blindgänger werden gefunden.
  • 18. Dezember 1952: Bei Gleisarbeiten am Güterbahnhof finden Arbeiter eine Sechs-Zentner-Bombe. Ein Bombenräumkommando entschärft sie.
  • März 1953: Am Ascherberg wird eine Fliegerbombe gefunden.
  • 21. April 1953: In einem Schrebergarten am Schützenplatz explodiert eine 250-Kilo-Bombe und reißt einen Krater von sechs Metern Durchmesser und vier Metern Tiefe. Ein Räumkommando rückt an und findet in fünf Meter Tiefe auf dem Hof des Städtischen Betriebsamts eine weitere Bombe, die am 29. April entschärft wird.
  • 7. August 1953: Bei Baggerarbeiten in der Leine neben der Brücke der Eisenbahnstrecke Göttingen-Bodenfelde stoßen Arbeiter auf eine Fliegerbombe.
  • 8. Oktober 1962: Bei Baggerarbeiten wird an der Weender Landstraße eine vier Zentner schwere Fliegerbombe entdeckt. Sie wird von einem Räumkommando entschärft. Dort waren bereits 1945 13 Bomben gefunden worden.
  • 24. Oktober 1968: In der Godehardstraße explodiert ein Blindgänger.
  • 12. November 1980: Zwei amerikanische Zehn-Zentner-Bomben werden an der Autobahn bei Groß Ellershausen entschärft. Die A 7 wird gesperrt.
  • 6. September 1988: Auf dem Schützenplatz wird eine 500-Kilo-Bombe entschärft. Anhand von Luftaufnahmen werden weitere Blindgänger gefunden.
  • 22. Dezember 1992: Auf dem Schützenplatz explodiert eine Fliegerbombe.
  • 17. Februar 1993: Ein Bombenräumkommando findet eine weitere Bombe. Sie wird in der Feldmark Königsbühl gezündet.
  • 30. Dezember 1998: Ein Linienbus wird durch eine Explosion an der Pfalz-Grona-Breite zerstört. Ursache: wahrscheinlich eine Fliegerbombe.
  • 26. Juni 1999: Am ICE-Gleis unter der Brücke am Rinschenrott werden zwei Fliegerbomben gefunden. Eine Fünf-Zentner-Bombe wird vor Ort entschärft, die zweite, zehn Zentner schwere Bombe muss gesprengt werden.
  • 27. Mai 2010: Auf dem Schützenplatz wird eine Zehn-Zentner-Bombe entschärft.
  • 1. Juni 2010: Vor der Entschärfung explodiert an gleicher Stelle ein Zehn-Zentner-Blindgänger. Drei Mitglieder des Räumkommandos werden getötet.

Update: Die Formulierung im letzten Satz ist geändert, fh.

[Matthias Heinzel]

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Der 1. Juni 2010

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