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Forstwirt Felix Nitsch formt Figuren mit der Kettensäge

Unter uns leben viele interessante Menschen. Felix Nitsch aus Eddigehausen ist einer von ihnen. Mit der Kettensäge formt er aus Baumstämmen Skulpturen.

Erfordert Kraft und Kreativität: Felix Nitsch fertigt mit der Kettensäge Skulpturen aus Holz an.

© Heller
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Bruno heißt der Bär, den Felix „geschnitzt“ hat. Vor vier Jahren, als der Braunbär gleichen Namens im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet unter großem Medieninteresse unterwegs war, hat der Forstwirt das Tier mit der Motorsäge nachgebildet. Während seiner Ausbildung in der Zeit von 2001 bis 2003 habe er unter Anleitung des Forstwirtschaftsmeisters mit der Sägekunst begonnen, erzählt Nitsch. In einem Kurs im niedersächsischen forstlichen Bildungszentrum in Münchehof bei Seesen habe er sein Können erweitert. Arbeitsschritt für Arbeitsschritt – nach Anleitung – habe er Bruno aus einem Stamm herausgeschnitten. Einen ganzen Tag habe er dafür gebraucht.

In fünf bis zehn Minuten schnitzt Nitsch einen Pilz. Schon etwas mehr Zeit benötigt der 28-Jährige für Tanne oder Vogelhäuschen. Für seinen Bruder habe er eine Moai-Figur, ähnlich jenen monumentalen Steinfiguren wie auf den Osterinseln, aus Stammholz gefertigt. Der Eddigehäuser sägt für Familie und Freunde. In seinem Garten, in ganz Deutschland und sogar in Amerika seien seine Holzfiguren aus Lärche, Fichte und Douglasie zu finden. Bär Bruno ist aus Pappelholz entstanden.

Der Eddigehäuser orientiert sich gern an einem Foto oder an einer Figur. Und nicht immer gelängen ihm die Proportionen. Mal werde der Körper zu lang, mal die Beine zu kurz. Nitsch aber sagt: „Übung macht den Meister.“ Sein Hobby erfordere viel Kraft. Wenn man einen Baum fälle oder klein säge, lasse man die Säge mit ihrem eigenen Gewicht arbeiten. Um Figuren zu formen, müsse der Säger sie führen und benötige dazu die ganze Kraft der Arme.

Seine Kunst gehöre zur kalten Jahreszeit. Denn das kräftezehrende Hobby wäre im Sommer viel zu schweißtreibend, erklärt der 28-Jährige. In diesem Jahr allerdings scheiterte er an der Kälte. Vor Weihnachten habe er ein paar Igel gesägt. Das sei wie Eis schnitzen gewesen.

Die Lust am Figurensägen, so Nitsch, sei aus Langeweile entstanden. Er habe wissen wollen, ob er mit der Säge mehr vermag, als einfach nur Bäume zu fällen. Meist steht er allein an der Säge. Gerne fröne er seinem Hobby aber auch zusammen mit Arbeitskollegen.

Gern überrasche er Freunde und Bekannte, bei denen er einen Baum umlege, mit seinen Skulpturen und Figuren. Dann lasse er einen längeren Stumpf stehen und verwandele ihn in ein Eichhörnchen oder in eine andere Figur. Nitsch: „Man kommt öfter mal auf Schnapsideen.“

Von Ute Lawrenz


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