Viele Fragen auch zur Drucktechnik: die Schüler der 4c an der Elliehäuser Regenbogenschule.
Ein Höhepunkt jagt den anderen: In der vergangenen Woche war die Klasse 4 der Ebergötzer Wilhelm-Busch-Schule auf Abschlussfahrt im Harz, diese Woche steht das Thema „Zeitung“ auf dem Stundenplan und in der kommenden gibt es ein Zirkusprojekt. Nadja hatte sich freiwillig gemeldet und einen Klassenfahrt-Bericht für das Samtgemeinde-Blatt „Wir in Radolfshausen“ verfasst. Mutig stellt die Nachwuchs-Redakteurin ihre Arbeit zur Diskussion – und bekommt Lob. Ein lebendiger Einstieg, der zum Weiterlesen animiert, viele Fakten und ein bisschen Buntes drumherum („...wurde es sich mit Chips, Gummibärchen und anderen Leckerbissen gemütlich gemacht“).
Bei den Ebergötzer Schülern sind die Jungen eindeutig in der Überzahl, sie stürzen sich auf die Juniorenfußball-Tabellenseite, diskutieren Ergebnisse. Celia schaut auch besonders auf den Sportteil. Ihre Schwester Laura ist dem Aufruf der Redaktion gefolgt und hat sich mit einem persönlichen Tipp zur Mission-Olympic-Aktion beteiligt. „Das ist heute mein Lieblingsartikel.“ Aber auch Fernsehprogramm, Anzeigen und die Kinoseite stehen hoch im Kurs.
Besonderes Interesse haben die Wilhelm-Busch-Schüler an den Abkürzungen, Kürzel genannt, hinter den Ortsnamen jedes Artikels. Dass sich dahinter Tageblatt-Redakteure aber auch Nachrichten-Agenturen befinden, die aus aller Welt berichten, lassen sie sich genau erklären.
Wichtige Zeitungselemente
Die Kürzel hatten die 24 Kinder der Klasse 4c an der Regenbogenschule in Elliehausen noch nicht entdeckt – aber viele andere wichtige Zeitungselemente. Seit Montag lesen und analysieren sie täglich das Tageblatt. Ihre Lieblingsartikel oder die für sie besonderen Texte und Bilder hängen an der Wand, das Wichtigste darin ist farblich markiert. Und da fällt schnell auf, dass nicht nur Tiere und Sport die Kinder interessieren. Eine Messerstecherei war für sie das Wichtigste – und regte gleich viele Fragen an: Woher hat die Zeitung das Bild des Täters, will Eric vom Journalisten wissen. „Ist das nicht gefährlich, wenn Sie zu einem Tatort fahren“, fragt Tiemon den Fotografen. Die 4c der Regenbogenschule will aber auch wissen, wie die Redakteure arbeiten und wie die Zeitung technisch gemacht wird. „Was machen Sie den Tag über“, fragt Catharina. „Wer faltet eigentlich die Zeitung“, grübelt Lea. Und Marie macht sich bei all den spannenden Geschichten des Journalisten Gedanken darüber, ob der bei Terminen auch mal weggeschickt wird und irgendwann „auch mal frei hat“.
Nicht nur Lektüre
Die Schüler der 4a der Elliehäuser Regenbogenschule haben es nicht bei der reinen Lektüre des Tageblattes belassen. Sie haben sich gleich selbst als Zeitungsmacher betätigt. „Blacky’s Pferdeinsel“ heißt etwa die Zeitung von Finja, Helen und Katharina. Haupthema: natürlich Pferde. Svenja und ihre Freundinnen haben sich Gedanken über den in Sachsen-Anhalt erschossenen Wolf gemacht („Schützt die Wölfe!“), haben ihre Klassenkameraden nach ihren Lieblingstieren gefragt und sich ein Rätsel ausgedacht. Darüber hinaus hatten sie aber auch noch jede Menge Fragen. Wie finanziert sich eine Zeitung, fragt sich Svenja. Bekommen Redakteure Freikarten für Konzerte oder Fußballspiele, über die sie berichten wollen, will Davoud wissen. Viele der Schüler kennen das Tageblatt schon von ihren Eltern. Ganz neugierig wollen sie wissen, wie es zu schaffen ist, dass die Zeitung schon immer früh morgens in den Briefkästen steckt. Am besten finden sie aber, wenn sie selbst im Tageblatt stehen. „Ich war schon einmal in der Zeitung“, sagt etwa Katharina stolz. Wofür sich die Schüler aus der 4a im Tageblatt interessieren, ist unterschiedlich: Alina liest gerne die Seite „Welt im Spiegel“, Melina mag Tierbilder und Svenja hat die Diskussion um Ikea gerne verfolgt. Eine Seite mögen aber alle gern: die Tageblatt-Kinderseite Taggi.