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Zeitung in der Schule

Lehrerin wiegt Foto-Ausrüstung mit Zucker und Blei auf

1192 Viertklässler aus 32 Schulen der Region beteiligen sich an der Tageblatt-Aktion „Zeitung in der Grundschule“. Tonie Lenz, Florian Heinz und Jörn Barke waren zu Besuch in der Göttinger Albanischule, Claudia Nachtwey in der Gerblingeröder Maximilian-Kolbe-Schule.

WM-Fan an der Maximilian-Kolbe-Schule in Gerblingerode: Niklas zeigt seinen interessantesten Artikel aus dem Tageblatt.

© Pförtner
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In Gerblingerode teilen sich die Viertklässler der Maximilian-Kolbe-Schule mit ihren Lieblingsthemen in zwei ausgewogene Lager: Das Kika-Baumhaus auf Gut Herbigshagen und die Fußball-Weltmeisterschaft. Wer von den Tageblatt-Redakteuren in Afrika sei, will Fußballfan Philipp wissen. Leider keiner, dafür sind Presseagenturen zuständig.

Marius hat Interesse an der Kamera des Tageblatt-Fotografen Swen Pförtner. „Wie schwer ist die?“, fragt er. Die Schüler dürfen die Ausrüstung plus Objektiv hoch halten. Die Hälfte der Kinder schätzt mehr als zwei Kilo. Lehrerin Martina Schmidthals-Susse verschwindet kurz in den Nebenraum und kommt mit einer Waage zurück. Die Bleigewichte reichen nicht ganz aus, ein Kilo Zucker wird ersatzweise mit dazu gelegt. „2884 Gramm“, staunen die Schüler.

Für die Zeitung fotografiert zu werden, ist für viele der sportbegeisterten Gerblingeröder ein alter Hut. Mit Fußball, Step-Aerobic und dem Chor „Hahletaler Singmäuse“ treten sie häufig in die Öffentlichkeit. Bei Elena Sophie waren Redakteur und Fotograf sogar schon zu Hause: „Wir sind eine zehnköpfige Familie und waren damit in der Zeitung“ sagt sie.

Kürzel der Redakteure

Es ist still in der Klasse 4 a der Göttinger Albanischule. Alle 21 Schüler sind über die aktuelle Tageblattausgabe gebeugt. Sie lesen konzentriert und ganz genau. Warum denn immer so viele Abkürzungen in der Zeitung stehen, fragt sich Angelina – „ft“ zum Beispiel, oder „dpa“. Das sind keine schwierigen Fachbegriffe, sondern die Kürzel der Redakteure oder der Presseagenturen. „ft“ steht für Gerald Kräft und „dpa“ für die Deutsche Presseagentur.

Emilia erzählt von einer Geschichte, die sie vor ein paar Tagen in einer Zeitung gelesen hat. Ein Dackel sei seinem Herrchen weggelaufen, doch schließlich hätten sich beide wiedergefunden. Eigentlich eine schöne Geschichte mit einem glücklichen Ende findet Emilia, doch der auf dem Zeitungsfoto abgebildete Hund sei eindeutig ein Golden Retriever gewesen und kein Dackel. Ob man bei der Zeitung einfach irgendwelche Bilder zu den Geschichten stellen darf, fragt die Schülerin daraufhin. Das darf man natürlich nicht. Und falls so etwas aus Versehen passiert, dann wird der Fehler durch eine Korrektur in der nächsten Ausgabe richtig gestellt.

Politik, Lokales, Kultur, Sport

Ein bisschen wie ein Filmstar fühlt sich Tageblatt-Redakteur Jörn Barke am Ende seines Besuchs bei der Klasse 4 b in der Albanischule. Denn nachdem er Tageblatt-Blöcke und Stifte an die 21 Schüler verteilt hat, wollen die meisten noch ein Autogramm von ihm haben, gerne auch mit dem Zusatz „vom GT“. Doch die Schüler von Lehrerin Elke Trenka-Krengl wollen nicht nur gerne Autogramme haben, sie waren auch sehr gut auf den Tageblatt-Besuch vorbereitet.

Sie hatten mit ihrer Lehrerin besprochen, welche Bereiche von Sport über Politik und Kultur bis hin zum Lokalen in der Zeitung vorkommen und wussten sogar, dass das Tageblatt 1889 gegründet wurde. Außerdem hatten sie ihre Lieblingsartikel aus der Zeitung ausgeschnitten, aufgeklebt und begründet, warum sie das jeweilige Thema interessiert. Und sie hatten etwas ganz Besonderes gemacht, nämlich zu Tageblatt-Überschriften wie „Und es wird Sommer“, „Und ewig patzt der Torwart“ oder „Einfach nur glücklich“ Gedichte verfasst.

Da wundert es nicht, dass die Kinder viele interessierte Fragen stellen – unter anderem, ob Tageblatt-Fotograf Peter Heller den Beruf eigentlich gelernt habe. Nein, entgegnet dieser. Denn für Zeitungsfotografie komme es weniger darauf an, eine Studioblitzanlage bedienen und Hochzeitsfotos machen zu können, als vielmehr darauf, offen auf ganz verschiedene Menschen zuzugehen. Gute Fotos müsse man aber trotzdem machen können, so Heller.
„Nervtrötende“ Vuvuzelas

Manchmal werden in der Zeitung absichtlich „Fehler“ gemacht. Das ist Viertklässlerin Lotta aus der Albanischule in Göttingen aufgefallen. Denn eigentlich gibt es das Wort „nervtrötend“ ja gar nicht. Aber jeder der zwanzig Schüler aus der 4 c in der Albanischule weiß dennoch sofort: Es geht um die Vuvuzelas und die Fußball-Weltmeisterschaft. Wortspiele sind in einer Zeitung nämlich durchaus erlaubt.

In den letzten Tagen, in denen die Klasse mit dem Tageblatt im Unterricht gearbeitet hat, ist eines klar geworden: Absolut gar nicht gefallen hat den meisten Schüler das Ressort Politik. „Langweilig“ murmeln die Viertklässler im Sitzkreis, „total uninteressant“. Ein Thema interessiert sie aber alle, und das ist im Sportteil zu finden: Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Und am Freitag ist ja auch das nächste Spiel der deutschen Nationalmannschaft. Diesmal allerdings ohne müde Schüler am Morgen danach.


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