Wissbegierig: die Klasse 4a der Wilhelm-Henneberg-Schule.
Am Donnerstag erst waren die Viertklässler von der Klassenfahrt aus dem Harz zurückgekehrt, und dennoch hatten sie sich auf den Besuch der Zeitungsleute gut vorbereitet. Ob denn der Fotograf auch mal in andere Länder fliegen dürfe, wollte Pascal wissen, und Peter Heller berichtete von Reportage-Reisen nach Frankreich, in die Schweiz und nach Österreich. Das sei aber die Ausnahme, erfuhren die staunenden Kinder. In der Regel sei man in der Region unterwegs. Tom wollte wissen, ob es auch Themen gebe, „die Redakteuren gar keinen Spaß machen“. Schwere Unfälle oder große Brände, das seien keine lustigen Termine, erfuhr der Schüler. Und dennoch müsse die Zeitung ihre Leser darüber informieren. „Lügen Sie auch manchmal?“, fragte Celina nach. „Nein“, so die prompte Antwort von Hanne-Dore Schumacher. Sicher unterliefen den Redakteuren auch mal Fehler, und nicht immer könnte man sich auf jeden Informanten verlassen – aber bewusst die Unwahrheit schreiben? – „Niemals“.
Schüler investigativ
Vier voll beschriebene Seiten nur mit Fragen: Das ist das stolze Ergebnis des Besuches bei der 4a der Weender Wilhelm-Henneberg-Schule. Ein echtes Kreuzverhör mit jungen Menschen, die schon jetzt wissen, was Journalismus heißt: Fragen, Fragen, Fragen, bis der Gegenüber ein Loch im Bauch hat.
Instinktiv weiß beispielsweise Mira um die Probleme in der Saure-Gurken-Zeit: „Was macht ihr, wenn einmal nichts passiert?“ Dass dann mehr Zeit ist, um über Hintergünde zu berichten, die im hektischen Alltagsgeschäft auf der Strecke bleiben, schien ihr aber doch eine positive Begleiterscheinung des Sommerlochs zu sein.
Das andere Extrem problematisierte hingegen Jasper: „Was macht ihr, wenn die Zeitung voll ist und noch wichtige Dinge passieren?“ Auf jeden Fall: die Nerven bewahren. Doch auch wenn der Journalismus ein Beruf ohne Feierabend ist, so lautet die Antwort auf Gregors Frage „Hast du manchmal keine Lust zu arbeiten?“: Nur sehr selten.
„Wichtig, informiert zu sein“
Der Buntspecht mit Punkerfrisur als Schmuckbild, Saskia Wellmann im Saisonfinale und die Entführung des Jungen in Rheine durch einen gefährlichen Serientäter aus der Donnerstagsausgabe waren die Themen, die die Mädchen und Jungen aus der Klasse 4 der Eibenwaldschule in Eddigehausen am meisten interessierten. Eine Woche lang hatten sie mit ihrer Klassenlehrerin Kathrin Steffen Zeitung gelesen und die spannendsten Artikel in ihrer Klasse aufgehängt. Zeitung lesen ist wichtig, waren sich die Schüler einig. Denn dort könne man Dinge erfahren, die man einfach wissen müsse. „Ich finde es wichtig, informiert zu sein, was in Göttingen los ist“, sagte Beret. Während alle es erst etwas merkwürdig fanden, dass manche ihren Namen buchstabieren sollten, leuchtete ihnen der Sinn schnell ein. „Lukas kann man auch mit einem „c“ schreiben. Das mag ich gar nicht“, brachte Lukas das Problem auf den Punkt. Und Annika wusste, dass in ihrem Namen oft das zweite „n“ wegfällt.