Wissbegierig und interessiert in Zeitungsfragen: Schüler der Heinrich-Grupe-Schule in Rosdorf, hier die Klasse 4 b.
Es gibt nichts, was es nicht gibt – auch nicht bei der Tageblatt-Schulaktion. Das macht Max aus der Klasse 4 c der Heinrich-Grupe-Schule eindrucksvoll deutlich. Seine These, warum der Sportteil des Tageblattes in Rot gehalten ist: „Weil da auch schon mal Blut fließen kann.“ Nun ja, auch wenn es in manchen Sportarten bisweilen rüde zugehen mag, an dergleichen haben die Blattmacher sicherlich nicht gedacht, als sie dem Sportteil eine Farbe gaben. Die Frage an sich ist jedoch spannend und neu und kann nur so beantwortet werden: blauer Lokalteil, grünes Magazin, roter Sportteil – alles rein zufällige Farbgebungen, die einzig und allein dem Zweck dienen, für mehr Übersichtlichkeit zu sorgen.
Viel Übersicht beweisen Max und die 4 c auch in der Analyse einer Zeitungsseite. Kismet hatte schnell erkannt, dass zu einer fetten Schlagzeile auch meist ein großes Foto gehört. Auch mit den verschiedenen Presseagenturen, von denen eine Zeitung brandaktuelle Meldungen aus der ganzen Welt erhält, kennen sich die Schüler bemerkenswert gut aus. DPA: deutsche Presseagentur – das weiß fast jeder. Schwieriger wird es bei den internationalen Agenturen. AP steht für die amerikanische „Associated Press“ mit Hauptsitz in New York. AFP steht für „Agence France Presse“ und ist eine in Frankreich gegründete Nachrichtenagentur.
Und so, wie all diese Agenturen einen Kurznamen, also eine Art Spitznamen haben, hat auch jeder Redakteur beim Tageblatt ein sogenanntes Kürzel. Andreas Fuhrmann ist zum Beispiel Afu – und wird von manchen Kollegen oder Freunden sogar so gerufen. Die Schüler der 4 c möchten plötzlich auch gerne alle ein Kürzel haben. „Meins ist JD“, sagt Janis. Ein anderer mischt aus seinem Vor- und Nachnamen das Kürzel „Frau“ zusammen.
Staunen über Papiermengen
Auch in der Klasse 4 a sind die Schüler sehr kreativ in Sachen Kurznamen. Dabei will Leonie doch unbedingt wissen, wie viel eine Rolle jenen Papiers wiegt, auf dem das Göttinger Tageblatt gedruckt wird. Bei der Antwort (mehr als 1000 Kilogramm) staunen sie und ihre Mitschüler nicht schlecht. Fabiana wähnt sich derweil schon im Matheunterricht und rechnet schnell um: „Eine Tonne“, stellt sie fest. „Wer trägt die Rollen denn in die Redaktion“, fragt Eileen, etwas schockiert wegen dieser Gewichtsangabe. Als sie erfährt, dass diese Aufgabe Lastwagen und Gabelstapler übernehmen, ist sie jedoch schnell wieder beruhigt. Beruhigend auch, dass wohl nicht alle bei der Farbe Rot direkt an Blut denken. „Das ist doch der Sportteil“, sagt Johannes. „Den lese ich am liebsten.“
Balken vor den Augen
Lea ärgert gerne ihren Vater. Beispielsweise, indem sie die Farbe auf den Zeitungsseiten extra verwischt. „Dann kann er den Text nicht mehr so gut lesen“, freut sich die Schülerin der Klasse 4 b. Gegen das Verwischen der Farben hat Tageblatt-Fotograf Jan Vetter jedoch einen guten Tipp: „Einfach die Seiten bügeln.“ Doch wer hat schon tagtäglich Lust dazu? Also lieber aufpassen, dass die Seiten nicht feucht werden. Ihre Mitschülerin Lena wundert sich, warum einige Gesichter auf den Bildern verpixelt sind oder Balken vor den Augen haben. Das hat etwas mit dem Recht am eigenen Bild zu tun, erklärt Tageblatt-Mitarbeiterin Corinna Berghahn.
Menschen, die nicht fotografiert werden wollen, werden das in der Regel auch nicht – es sei denn, sie werden eines schlimmen Verbrechens verdächtigt. Dann fotografiert man sie, macht in der Regel aber ihre Gesichter unkenntlich. Fasziniert ist die Klasse, dass sie sich alle Bilder, die während des Tageblatt-Besuchs gemacht werden, im Internet angucken kann. Und das auf der ganzen Welt. Dafür wird jetzt extra ein gemeinsamer Besuch im Computerraum der Schule geplant.