Lesen gerne über Stars: Johanna (links) und Kati.
Wie so oft in den vergangenen Wochen auch, sind die meisten Kinder an den Sportseiten interessiert. Wohl auch, weil sie sich dort in ihrer eigenen Zeitung vor Ort selbst schon wiedergefunden haben. „Ist Zeitung eigentlich wichtig“, fragt Jason. Dass für kurze Informationen Radio und Fernsehen oft ausreichen, sehen die Viertklässler ein. Dass sie aber viele Hintergrundinformationen aus der Zeitung bekommen können, wird ihnen schnell klar. Till hat auch schnell erkannt, dass er als Tischtennisspieler kaum eine Chance hat, von den anderen Medien registriert zu werden. „Die interessieren sich doch nur für berühmte Leute.“
Charlotte hatte Not, dass es Tage geben könnte, an denen die Zeitung nicht voll wird. Sie konnte beruhigt werden. Das Redaktionsteam hat immer ein paar Ideen für Geschichten im Hinterkopf, mit denen in nachrichtenarmen Zeiten die Seiten gefüllt werden können.
Ob es auch schon einmal gar keine Zeitung gab, wollte Müberra wissen. Sofort konnte die Frage nicht beantwortet werden, dafür aber an dieser Stelle nach intensiver Recherche bei Kollegen: Es gab Maschinenschäden, nach denen die Zeitung später und in kleinerem Umfang gedruckt und ausgeliefert wurde. Aber es ist immer eine Zeitung erschienen. Für den Fall, dass die Maschinen komplett ausfallen sollten, gibt es Notfallpläne.
„Gartetaler Tageblatt“
Die Klasse 4 b der Gartetalschule in Kerstlingerode hat sogar eine eigene Zeitung: das „Gartetaler Tageblatt“. Darin gibt es auch eine Tierseite wie im Göttinger Tageblatt. Außerdem berichten die Schüler über die „Känguruh-Olympiade“, „Neues aus der Küche“ und „Getuschel“. Auch Witze sind abgedruckt. Ein Beispiel: „Mama, Mama, ich will nicht nach Amerika!“ – „Sei ruhig Kind, schwimm weiter!“
Im Göttinger Tageblatt lesen die Schüler natürlich auch. „Am liebsten die Seite Welt im Spiegel“, sagen Johanna und Kati. Dort interessieren sich die beiden Mädchen am meisten für Nachrichten über Stars aus aller Welt und schlimme Unfälle. Auch wenn ihnen das ein bisschen peinlich ist – „das finden ganz viele Leser interessant“, beruhigt sie der Redakteur. Besonders Unfälle seien immer ein Thema. Das weiß auch Felix. Sein Vater ist bei der Feuerwehr Pressesprecher. Er gibt also auch die Nachrichten über Unfälle an das Tageblatt weiter.
Neben der Arbeit eines schreibenden Redakteurs interessieren sich die Schüler auch für die von Tageblatt-Fotograf Jan Vetter. Als der Marvin, Katharina, Amelie, Lotte und den anderen erzählt, dass seine Kamera etwa 5000 Euro kostet, treten alle ehrfürchtig einen Schritt zurück. Jetzt ist das abschließende Gruppenbild natürlich noch einmal viel mehr wert.
Von Kathrin Lienig und Andreas Fuhrmann