Göttingen. Gut 1900 Instrumente aus aller Welt und fast allen Menschheitsepochen umfasst die weit über Deutschland hinaus bekannte Sammlung. Knapp 1000 davon sind ausgestellt und geben damit dem Besucher einen Überblick über die Instrumentenvielfalt des gesamten Planeten. Die typologisch, historisch und kulturgeographisch weitgefächerte Spezialsammlung enthält unter anderem die älteste bekannte Blockflöte Europas: Sie wurde 1987 bei Ausgrabungen in der Weender Straße in Göttingen gefunden und – nachdem sie fast 700 Jahre in einer Latrine gelegen hatte – mit einem zweijährigen Glykolbad in Bremerhaven dauerhaft konserviert.
Andere Instrumente sind deutlich älter. So eine von weltweit nur sieben erhaltenen koptischen Lauten, die zwischen dem dritten und dem neunten Jahrhundert gespielt wurde, oder eine etwa 4500 Jahre alte ägyptische – wahrscheinlich das weltweit älteste erhaltene Instrument seiner Art. Den Großteil der Sammlung jedoch machen „moderne“ Instrumente aus den vergangenen drei Jahrhunderten aus.
Aber auch das 1791 fertiggestellte Gebäude lohnt einen Besuch: Erbaut wurde das prächtige Gebäude als Geburtsklinik (daher auch der Name „Accouchierhaus“ von französisch accoucher – entbinden): Hier konnten schwangere Frauen auch aus ärmeren Schichten unter fachlicher Aufsicht und hygienischen Bedingungen entbinden. Neben dieser Fürsorge-Funktion brachte der Entbindungsbetrieb in dieser akademischen Klinik auch Erkenntnisse für Forschung und Perfektionierung der Geburtshilfe.
Die Sammlung im Accouchierhaus am Geismartor ist während der Vorlesungszeit montags zwischen 16 und 18 Uhr geöffnet, in der vorlesungsfreien Zeit nach Vereinbarung unter Telefon 0551/395072.
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