Sie ist wiederbelebte Geschichte, Erinnerung hautnah. Selten kann ein altes Handwerk und eine alte Werkstatt so authentisch verfolgt und gefühlt werden. Wenn der Blasebalg pumpt und das Feuer auflodert, ist man in einer anderen Zeit. Man schaut wie gefesselt auf die sprühenden Funken und das glühende Eisen, dabei gibt es in Faschers Schmiedescheune noch viel mehr zu sehen. Vor allem viele alte Werkzeuge, mit denen der Dorfschmied Pferde beschlug, Eisen formte, Fuhrwerke und später auch Trecker reparierte. Eisensägen, Zangen und Spezialhammer gehören dazu, auch mit Hand- und Schwungrad betriebene Bohrmaschinen.
1783 wurde die Schmiede gleich neben der Kirche eingerichtet. Über sechs Generationen wurde sie bis in die 1990er Jahre in der Familie Fascher weitergegeben. Irgendwann gab es zu dann wenig Aufträge und die Werkstatt wurde zur Rumpelkammer. Um 2004 begannen sechs Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins Bremke damit, sie wiederzubeleben. Sie mauerten eine neue Esse – eine offene Feuerstelle – mit Schornstein. Sie zimmerten einen Dachboden, auf dem sie den alten, handbetriebenen Blasebalg installierten. Sie brachten die alten Werkzeuge in Schuss und machten das elektrische Gebläse wieder flott.
Als der Hof kürzlich verkauft werden sollte, schien die Esse für immer auszuglühen. Inzwischen aber gibt es ein gutes Arrangement mit dem neuen Eigentümer des Ensembles. Wie es in einer alten Schmiede einst zuging, zeigen die Initiatoren immer im Mai bei einem Schmiedefest. Und an jedem 1. Freitag im Monat treffen sich die Vereinsmitglieder von 16.30 bis 18.30 Uhr um schmieden zu üben. Dabei sind Gäste willkommen, sinnvoller ist nach Angaben der Initiatoren aber eine Anmeldung unter Telefon 0 55 92/15 75 oder 0 55 92/15 77.
Die Museumsschmiede liegt mitten in Bremke am Backofen 1. In der Gasse gibt es keine Parkplätze. Eine Anreise per Fahrrad bietet sich an. Nachmittags oder an Wochenenden stehen unweit Parkplätze an der Schule im Haspel zur Verfügung.
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