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Kapelle Wittmarshof

Kleinod aus hessischer Zeit


Was kann man in und um Göttingen herum so alles sehen und unternehmen? Die Tageblatt-Redaktion stellt 333 Orte und Ereignisse vor, die man in der Region erlebt haben sollte. Heute: die Kapelle Wittmarshof im Gartetal.

Etwas abgelegen: Etwas erhöht und doch unscheinbar schmiegt sich die Kapelle Wittmarshof an den Waldhang.

© Hinzmann

Sie liegt ein paar Schritte abseits der Straße im idyllischen Gartetal, schmiegt sich an einen bewaldeten Hang und gilt unter Kirchen-Liebhabern als Kleinod. Es sind ihre wechselvolle Geschichte und ihre kleinen aber feine Ausstattungsmerkmale, die die Kapelle Wittmarshof interessant machen.

Aus verschiedenen Schriften geht hervor, dass sie um 1580 auf einem massiven Sandsteingewölbe gebaut wurde. Das Gesimse unter dem Dach deutet auf die Zeit um 1600 hin. Die Wetterfahne stammt aus dem Jahr 1819. Die kleine Glocke im  aufgesetzten Türmchen wurde zwar nachweislich 1696 gegossen, wurde aber erst 1853 vom damals nahe gelegenen Amtshaus auf die Kapelle umgesetzt.

Dieses längst abgerissene Haus und seine Bedeutung spielt eine große Rolle in der Geschichte der Kapelle: Sie ist das letzte markante Zeugnis des hessischen Amtes Neuengleichen, das einst bis in diese Region hinein reichte und erst 1816 an das Königreich Hannover fiel. Heute wird sie von der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Sattenhausen genutzt. Unter ihrer Regie wurde die Kapelle Ende der 1970er Jahre renoviert.

Zu den Besonderheiten zählt der Keller. Hier wurde das erlegte Wild gelagert, wenn der Landgrafen von Hessen zur Jagd angereist war und diese mit einem Gottesdienst endete. Von hier aus soll außerdem ein geheimer unterirdischer Gang auf die Gleichen führen, wo einst zwei  Burgen standen. Die Kanzel im schlichten Kapellenraum mit nur 35 Sitzplätzen ist etwas erhöht. Rechts und links davon sind als Wandschmuck die Strophen des Kirchenliedes „Er weckt mich alle Morgen“ von Jochen Klepper aufgemalt.     

Die Kapelle liegt zwischen Klein Lengden und Benniehausen und ist zu Gottesdiensten geöffnet: Sonntag nach Ostern und Pfingsten, Himmelfahrt (je 10 Uhr), Buß- und Bettag (18 Uhr),  Vierter Advent (17 Uhr). Weitere Termine und Besuchswünsche an Telefon 0 55 07 / 97 98 67.

us

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