Die Bombenentschärfung auf dem Areal an der Güterbahnhofstraße ist abgeschlossen, die Bombensuche noch nicht: Bis jetzt ist nur ein Drittel der zu untersuchenden Fläche bombenfrei. mehr
Firmen haben Verständnis
Von der Evakuierung am Dienstagabend waren nicht nur Anwohner, sondern auch Geschäfte und Firmen betroffen. Die Folge: Umsatzeinbußen und Produktionsausfälle. mehr
Aufatmen um 1.15 Uhr
In der Nacht zum Mittwoch haben wohl tausende Göttinger zu wenig geschlafen: Rund 12 000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, 700 Einsatzkräfte waren im Dienst. mehr
Der Göttinger Schützenplatz wurde am Sonnabend nahezu vollständig gesperrt. Standbetreiber eines Flohmarktes und ihre Kunden mussten das Areal vorzeitig räumen. Die Stadtverwaltung hatte es nach eigenen Angaben versäumt, den Flohmarktbetreiber rechtzeitig zu informieren.
Es ist wieder ruhig geworden in der Göttinger Weststadt. Die Bombe auf dem Schützenplatz ist entschärft und die bisher größte Evakuierung in der Stadt am Donnerstag Abend problemlos gelaufen. Ob es bei der einen bleibt, ist allerdings offen.
Die einen wollten nicht raus, die anderen harrten bis Freitagmittag bei Verwandten aus. Die Evakuierung eines ganzen Stadtteils wegen einer Bombenentschärfung hat Fragen aufgeworfen: Muss ich wirklich raus aus meiner Wohnung?
Rund 500 Helfer waren am Donnerstag im Einsatz, um die Evakuierung über die Bühne zu bringen. Organisiert wird ein solcher Großeinsatz von einem Krisenstab, der unter dem Dach der Göttinger Berufsfeuerwehr arbeitet.
Der Name „Säurezünder“ ist irreführend: Die Zeitzünder amerikanischer und britischer Bomben kamen ganz ohne Säure aus. Die Flüssigkeit, deren chemische Aktivität die Zündung der Bombe letztlich auslöst, ist Aceton.
Die Bombe vom Schützenplatz wird wohl nicht die letzte gewesen sein, die im Göttinger Erdreich gefunden wird: Zwar blieb Göttingen im Gegensatz zu anderen deutschen Städten im Zweiten Weltkrieg vom Luftkrieg weitgehend verschont, aber wahrscheinlich mehr als 1000 Bomben fielen auch hier. Und viele davon waren Blindgänger.
„Im Krieg hab‘ ich das nicht erlebt, aber hier – schrecklich.“ Elfriede Lerch schüttelt den Kopf und schaut sich um. Mit ihren 88 Jahren sitzt sie in einer Turnhalle auf einer harten Bank, nur ihre Kleidung am Körper und eine Handtasche hat sie dabei.
Es wirkt gepenstisch: Kein Licht in der Pfalz-Grona-Breite, nirgendwo, hinter keinem Fenster. Dabei ist es erst 22 Uhr. Vor der Tür Margot und Joachim Renke, der eine sitzend im Rollator, die andere stehend am Gehstock. Sie warten auf den Krankenwagen, der sie ins Notquartier bringt.
Entwarnung für die Göttinger Weststadt: Gegen 1 Uhr in der Nacht zu Freitag haben Experten eine Zehn-Zentner-Bombe auf dem Göttinger Schützenplatz entschärft. "Es ist genau so gelaufen wie gewollt", sagte anschließend Sprengmeister Michaell Tillschneider vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei hörbar zufrieden und erfreut.
„Ernst, dringend eilig“: Der Fund einer zehn-Zentner-Bombe auf dem Schützenplatz hat gestern 500 Einsatzkräfte und tausende Göttinger in Atem gehalten. Für die Entschärfung mussten alle Anwohner – etwa 3000 bis 5000 – in einem Umkreis von einem Kilometer rund um den Schützenplatz ihre Häuser verlassen.