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Erst ein Drittel sicher bombenfrei

Bombenentschärfung beendet, Suche geht weiter

Von Matthias Heinzel

Die Bombenentschärfung auf dem Areal an der Güterbahnhofstraße ist abgeschlossen, die Bombensuche noch nicht: Bis jetzt ist nur ein Drittel der zu untersuchenden Fläche bombenfrei.

Liegt genau in der Flucht der Bahngleise: der Bombenfundort.

© National Archives/Städtisches Museum

Am Mittwoch, so Stadt-Sprecherin Claudia Leuner-Haverich, ging die Suche weiter, die bis Ende kommender Woche beendet werden soll. Das Gelände gehört der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung, die nördlich der Straße ihr Güterverkehrszentrum entwickelt.

Untersucht wird das Grundstück, weil dort ein neues Dienstleistungszentrum der Unternehmen Klartext und Weender Druckerei entstehen soll. Auch in durch den Luftkrieg potenziell bombenbelasteten Bereichen sind die entsprechenden Geländeuntersuchungen keine Pflicht, werden aber durch die Stadtverwaltung Investoren und Bauherren dringend empfohlen – vor allem dann, wenn das Gelände nicht nur als Fläche genutzt, sondern bebaut werden soll. Systematisch, erläutert Leuner-Haverich, sei das Gelände um den Fundort vom Dienstag wie früher auch andere verdächtige Areale nur anhand von Luftbildern, nicht aber mit Metallsuchgeräten, Bohrungen oder durch Bodenabtragungen untersucht worden.

Ein Blick auf den Göttinger Stadtplan zeigt, dass der Bombenfundort in einem Areal liegt, das gegen Kriegsende von zahlreichen Bomben getroffen wurde. Die vielen Treffer in dem jetzt untersuchten Gelände werden auch belegt durch ein Luftbild der alliierten Luftaufklärung vom 8. April 1945, das nach dem Ende der Kampfhandlungen in Göttingen praktisch alle Bombeneinschläge zeigt. Oft flogen die Bomber die Stadt aus Richtung Süden an, um die Bahnanlagen, vor allem den Bahnhof wie auch den Güterbahnhof anzugreifen. Wenn die Bomber über der Bahnlinie den Bahnhof anflogen und die Bombenschützen nur Sekundenbruchteile zu spät auslösten, landeten die Bomben genau in dem Bereich, wo am Dienstagnachmittag die Fünf-Zentner-Bombe gefunden wurde (siehe historisches Luftbild). Mit Bomben wurden die Bahnanlagen belegt beispielsweise am 1. Januar 1945, als der Verschiebebahnhof, die Weender Landstraße sowie die Emilien- und die Arndtstraße getroffen wurden, und am 9. Februar, als neben dem Verschiebebahnhof auch das Aluminiumwerk in der Weender Landstraße Treffer erhielten. Wiederum der Verschiebebahnhof war Ziel am 22. Februar, als auch zwei Häuser in der Arndtstraße zerstört und das Gebäude der Einkaufsgenossenschaft am Maschmühlenweg beschädigt wurden. Beim schweren Angriff vom 7. April lagen die Bomben bis zum Ende des Güterbahnhofes, beim Lokomotivschuppen und an der Weender Landstraße.

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  • Schnellfahrstrecke. vm – 28.04.11
    Nunja, die ICE-Strecke am Tag lahmzulegen und die Züge für unbegrenzte Zeit festzuhalten, so dass danach der Fahrplan bundesweit über den Haufen geworfen werden muss, das dürfte nicht besonders viele Fans finden.

    Leute, nutzt die Gelegenheit ... bei der letzten Evakuierung war in manchen Bars noch Platz :-)
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  • Ruhe..... zum Kommentar von t oder tp Lindbergh – 28.04.11
    Ganz genau! Hier spricht der Fachmann! Geht gar nicht am hellichten Tag ! Ruhe ist die ERSTE Bürgerpflicht ! Hirn ausschalten und machen, was die Obrigkeit anordnet ! Strammstehen! Gut gelernt t oder tp ! Wegtreten! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • nächtliche Evakuierung dieter – 28.04.11
    Und die Geschäfte, die vom Abendgeschäft leben (sprich Lieferdienste) bekommen keine Entschädigungen für die versäumten Bestellungen/Lieferungen.

    Wer kommt denn dann dafür eigentlich auf?

    Im Raum Kassel wurde letztens ein ganzer Autobahnabschnitt tagsüber gesperrt wegen Bombenräumung...wenn das den Verkehr sooooo behindert, wieso wurde die dann nicht nachts durchgeführt?

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  • Evakuierung am Tag??? tp – 27.04.11
    Eine Evakuierung am Tag würde den gesamten Stadtverkehr, Bahnverkehr etc. behindern. Nicht zu sprechen von den wirtschaftlichen Schäden der anliegenden Unternehmen. Dazu aktzeptieren viele Arbeitgeber nicht, dass ihre Angestellten am Tag im Einsatz sind anstatt ihrer Arbeit nachzugehen. Alleine mit Hauptamtlichen Kräften ist eine Evakuierung von 12.000 Menschen einfach nicht möglich! Ich spreche da aus Erfahrung, da ich selber in der FF Göttingen bin! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Am Tag Evakuieren???? t – 27.04.11
    Eine Evakuierung am Tag würde den gesamten Stadtverkehr, Bahnverkehr etc. behindern. Nicht zu sprechen von den wirtschaftlichen Schäden der anliegenden Unternehmen. Dazu aktzeptieren viele Arbeitgeber nicht, dass ihre Angestellten am Tag im Einsatz sind anstatt ihrer Arbeit nachzugehen. Alleine mit Hauptamtlichen Kräften ist eine Evakuierung von 12.000 Menschen einfach nicht möglich! Ich spreche da aus Erfahrung, da ich selber in der FF Göttingen bin! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Weltkriegsbomben Unverständlich – 27.04.11
    Warum sind Suchen nach den Bomben keine Pflicht? Selbst wenn das so ist wären die 3 letztes Jahr bedauerlicherweise Getöteten Verpflichtung genug gewesen, ganz Göttingen mittelfristig abzusuchen. Die verantwortlichen Bürokraten sind der fahrlässigen Körperverletzung oder schlimmer noch schuldig sollte irgendwann wieder etwas derartiges passieren. Schneefegen, damit keiner ausrutscht, ist ja wenigstens geregelt..... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Mitdenken angesagt ! Lichtenbergh – 27.04.11
    Na das ist ja toll! Dann kann man sich schon auf die nächsten Evakuierungen im 1 km Radius vorbereiten. Wieso dies - im Gegensatz zu Hannover - immer ab 22 Uhr und nachts in Göttingen stattfinden muss, bleibt wohl nur der Intuition von Stadtrat Suermann vorbehalten. Das nervt die freiwilligen Helfer von Feuerwehr und THW, die tagsüber ihrem normalen Job nachgehen müssen genauso, wie die betroffenen Bürgerinnen und Bürger, die ihre Wohnungen und Häuser zwischen 21 Uhr und 2 Uhr verlassen müssen. Herr Stadtrat Suermann dankt dann den Helfern - und wo bleibt der Dank für die betroffenen Bürger. Na ja, von diesem Technokraten in unserer Göttinger Verwaltungsspitze, die so farblos aussehen, wie sie auch handeln, ist nix Gutes zu erwarten. Da gehen die Interessen von Firmen (die ja nachts selten arbeiten) und Deutscher Bahn (die nachts weniger Verkehr haben) eben vor den Interessen von 12.000 Einwohnern, die sich nachts irgendwo hinhocken können - und am nächsten Morgen dann wieder nach 4 Stunden Schlaf pünktlich an ihrem Arbeitsplatz sein müssen. Bei der nächsten Wahl in Göttingen ist mein Kreuz woanders ! Ich hoffe das lassen sich auch andere Göttinger nicht länger ieten. Drei nächtliche Evakuierungen in 1 Jahr reichen mir ! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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