Navigation:
eShop Online-ServiceCenter
Aceton und Kunststoff

Gefährliche Zeitzünder

Von Matthias Heinzel

Der Name „Säurezünder“ ist irreführend: Die Zeitzünder amerikanischer und britischer Bomben kamen ganz ohne Säure aus. Die Flüssigkeit, deren chemische Aktivität die Zündung der Bombe letztlich auslöst, ist Aceton.

Die Chemikalie befindet sich in einer Glasampulle. Ihre Aufgabe: die Halterung des Schlagbolzens zu zerstören. Beim Aufschlag der Bombe zerbricht die Glasampulle, das Aceton wird frei. Der Schlagbolzen wird durch mehrere Kunststoffscheiben gesichert, die nun durch die Chemikalien zersetzt werden. Schließlich wird die Schlagkraft des Bolzens freigesetzt, die Bombe explodiert. Der Vorteil dieser Konstruktion: Durch das Einlegen zusätzlicher Kunststoffscheiben konnte die Zeitverzögerung auf sehr einfache Weise verlängert werden.

Vor allem aufgrund von Alterungsprozessen sind Langzeitzünder aus dem Zweiten Weltkrieg heute noch gefährlich: Kleinste Einwirkungen können den Zünder auslösen und die Bombe detonieren lassen.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel
  • Räumdienste Dr. Stefanie Orgs – 02.06.10
    Auch ich habe in der Innenstadt die Detonation gehört und inne gehalten.

    Mein besonderes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Kollegen der Opfer dieses Dienstes an uns allen.
    Wie grotesk ihr Tod erst erscheint, wenn man ihn als Kriegsfolge betrachtet, denn in diesem Sinne sind sie Kriegsopfer der dritten Generation. Damit ihr Sterben nicht sinnlos bleibt, kann man es nur als Mahnung auffassen.

    Es beruhigt außerdem nicht gerade zu wissen, daß andernorts und vielleicht auch auf dem Schützenplatz weitere Blindgänger herumliegen.


    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Tote bei Bombenexplosion in Göttingen x - y - z – 02.06.10
    Ganz wenige Minuten vor der Explosion habe ich mich noch von meinen Kollegen auf dem Schützenplatz verabschiedet, jetzt ist nichts mehr so, wie es mal war.
    ...und Politiker wollen aus Sparzwanggründen auch noch am Kampfmittelbeseitigungsamt des Landes Niedersachsen sparen! Unsere Arbeit kann gar nicht hoch genug geschätzt werden! Nehmt Anteil am Verlust unserer lieben Kollegen und setzt Euch in Göttingen solidarisch für den Kampfmittelbeseitigungsdienst ein, denn die Arbeit diente der Sicherheit aller in Göttingen.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Bombe xxy – 01.06.10
    Ich kann einfach nicht glauben, dass die Stadt GÖ immer noch den Schützenplatz frei gibt. Es werden immer wieder Bomben gefunden und trotzdem darf jeder drauf rumlaufen. Ich fühle mich nicht gut vertreten von unseren Obersten. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Bombe Anna Philippi – 01.06.10
    Ich habe heute die Detonation gehört. Es war sehr unheimlich. Vor allem die Stille die nun über Göttingen liegt. Mein Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein!

Anzeige


Top