In der Firma Novelis erhielten Werksleiter Eric Tonkowski und sein Team gegen 19.30 Uhr die Anweisung, zu evakuieren. Für solche Fälle gebe es einen Notfallplan, den man rasch umgesetzt habe, sagte Tonkowski. Um 22 Uhr sei das Werk an der Hannoverschen Straße gezielt heruntergefahren und evakuiert worden. Rund 200 Mitarbeiter seien davon betroffen gewesen. „Wir haben zwar zehn Produktionsstunden verloren, ich bin aber froh, dass nichts passiert ist“, betonte Tonkowski.
Unmittelbar betroffen waren auch der Netto-Markt und die Getränkequelle an der Güterbahnhofstraße. Der Netto-Markt habe bereits um 14 Uhr schließen müssen, sagte eine Sprecherin. Dieser Aufforderung sei man auch umgehend nachgekommen. Klaus Pfahlert, Marktleiter der benachbarten Getränkequelle, musste um 15 Uhr schließen – fünf Stunden vor Geschäftsschluss. Ein unglücklicher Zeitpunkt, so Pfahlert, weil er nach dem Osterwochenende mit vielen Kunden gerechnet habe. Verlust: 3000 Euro. Er sei aber froh, dass „alles glimpflich abgelaufen ist“. Wegen der Evakuierung musste Pächter Leschek Biegelmann auch die Esso-Tankstelle an der Weender Landstraße schließen. „Wir wurden gegen 20.45 Uhr informiert“, sagte er. Er habe dann umgehend „die Tankstelle vom Strom genommen und das Grundstück verlassen“. Gegen 2.30 Uhr wurde wieder geöffnet. Klar habe er Umsatzeinbußen erlitten, sagte Biegelmann, „aber die Sicherheit geht vor“.
Ein Anspruch auf Schadensersatz gegen die anordnende Behörde – hier also die Stadt Göttingen – wäre in diesem Fall ohnehin schwer durchzusetzen, sagt der Göttinger Rechtsanwalt Hartmut Hähnel. So habe das Oberlandesgericht Koblenz im Jahr 2009 entschieden, „dass ein Gewerbetreibender, der einen Vermögensschaden erleidet, weil er seinen Betrieb wegen einer Bombenentschärfung vorübergehend schließen musste, gegen die zuständige Gemeinde keinen Anspruch auf Schadensersatz hat“.
afu/luk
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Kommentare
Relativierung frühe Schließung ich – 28.04.11
Lieber ein Ausfall von 3000 durch frühe Schließung am Tag, als dass - so selten der Fall auch sei - wieder Gebäude in Mitleidenschaft gezogen werden. Das kann nämlich schnell auch teuer werden. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben
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