Von der Innenstadt geht es in rund 25 Minuten mit der Linie 4 hinauf nach Geismar, Endstation Schöneberger Straße. Überqueren Sie die Straße und gehen dort die Charlottenburger Straße hinunter, bis Sie rechts das Straßenschild Gehrenring lesen. Hier direkt vor dem Altenwohnstift links den Berg hinauf. Und in der Rechtsbiegung sofort wieder links in den Wald, nach einigen Metern erneut links auf einen befestigten Weg. Von nun an wandert man bergauf durch den Wald.
Nach gut zehn Minuten sehen wir rechts von uns den Ossenpump. Eine Parkbank lässt darauf schließen, dass hier hin und wieder ein kleiner Teich zu bewundern ist. Wir sehen lediglich eine Kuhle, die mit unglaublich vielen Ästen bedeckt ist. Das Verzeichnis der Stadt Göttingen aus dem Jahre 1992 über ihre Naturdenkmale allerdings belehrt uns später, dass es sich bei diesem „Feuchtbiotop“ um das „Naturdenkmal Nr. 64 Ossenpump (150 Meter westlich des ehemaligen Bundeswehr-Schießstandes)“ handelt.
Weiter geht es durch den lichten Wald, den Geismarer Wald, der übrigens zu den Altwäldern des oberen Leinetales gehört. Auf der gesamten heutigen Fläche wurde nie eine Siedlung angelegt. Für den kleinen Ort Geismar war der Wald schon im Mittelalter überlebenswichtig – diente als Holzlieferant und als Weidegebiet für Kühe und Schweine, woran uns später der Name Kuhtrift (auf den Schildern schlicht „Trift“ genannt) erinnern wird.
Jetzt aber erst einmal aufgepasst: Kurz hinter dem Ossenpump müssen wir links auf einen asphaltierten Weg abbiegen. Hinter einer Linkskurve kommen wir an eine Lichtung und haben einen wunderbaren Blick auf den äußersten südöstlichen Zipfel der neuen Zietenbebauung.
Ein kleines Gespräch mit einem Spaziergänger über das herrliche Wetter, den Mondstand und den Sternenhimmel und danach laufen wir hinauf auf einem mit Betonplatten (ehemalige Panzerstraße) befestigten Weg, der zum Kerstlingeröder Feld führt. Was man aber wissen muss, denn von einem Schild keine Spur. Also umrunden wir den Schlagbaum und marschieren einfach drauflos. Nach etwa 500 Metern, so hat es mein Internet-Ratgeber formuliert, müssen wir nach rechts. Ich habe 350 Meter mitgezählt – egal. Drei Meter nach rechts und schon wieder nach linksabbiegen. Hier soll angeblich ein Hinweisschild „Zum Streitholz“ stehen. Wir sehen nichts und hoffen, dass wir richtig sind. Also immer weiter durch den abwechslungsreichen Baumbestand, dessen blühender Unterboden vor allem im Frühjahr ganz reizvoll sein soll.
Wir aber befinden uns im Herbst und genießen den Anblick des ersten bunten Laubes. Dort, wo der Wald sich etwas lichtet, sollen wir uns wieder links halten. Wir vermuten, dass das lichter Wald ist und folgen dem empfohlenen Weg . Bei der ersten Wegkreuzung bitte nach rechts und weiter bis zur nächsten Kreuzung. Hier sind wir am sogenannten Weneplatz angekommen, unterhalb des Wenekopf-Berges gelegen. Wenn man über die Kreuzung geht und gezielt nach einem Wegweiser sucht, wird man auch fündig: Zum Weneplatz zeigt er geradeaus, die Trift führt nach rechts den Berg hinunter.
Wir suchen ein paar Meter über die Kreuzung hinüber und finden rechts unten tatsächlich den Weneplatz: eine Rastmöglichkeit mit Tisch und Bänken – in einer dunklen Waldkuhle gelegen. Und nur zu finden, wenn man weiß, was man sucht…
Zurück und den (oder heißt es die?) Kuhtrift hinunter. Auch hier muss man schon im vorhinein wissen, dass dieser knapp eineinhalb Kilometer lange stetig bergab führende Weg den Wanderer nach eineinhalb Stunden wieder nach Geismar bringt. Genauer gesagt auf den Parkplatz des Wohnstiftes Charlottenburger Straße. Den Parkplatz hinunter und auf der rechten Straßenseite steht die Haltestelle Eislebener Weg der Linie 2. Wir sind 50 Meter entfernt, da fährt der Bus durch. Pech gehabt. Dann warten wir eben auf den nächsten. Der aber kommt heute nicht, was auch die mit uns Wartenden äußerst ärgerlich finden. Die steigen wütend in ihr Auto ein. Wie wir dennoch nach Hause kamen – das ist eine andere Geschichte…
In der nächsten Folge: Endstation Buslinie 5, Knutbühren, Hetjershausen, Groß Ellershausen.
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