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50 Jahre Volkswagen Typ 3

Variant, TL und Stufe: Bewährte Autos mit Charakter


Wenn der Klang eines Automotors als Gesangsstimme eingestuft würde, wäre es ein Bass, der aus der Garage des Göttinger Autoliebhabers Thomas Moebes dringt. Sein Oldtimer mit dem tiefen voluminösen Klang ist Teil der VW-Baureihe „Typ 3“, zu dessen 50-jährigem Jubiläum Moebes am 24. Juni nach Wolfsburg fährt.

Der ganze Stolz von Ariane und Thomas Moebes: ihr VW Variant 1600 L, Baujahr 1967.

© Hinzmann

Doch obwohl sein Wagen der direkte Vorfahre des Passat ist, kennen nur wenige Fachleute seinen historischen Wert. Die Rede ist vom VW 1600 Variant.

„Der Variant hatte eine riesige Bedeutung in den 60er Jahren, weil es der erste Kombi von VW war“, sagt Thomas Moebes. Der Kfz-Mechaniker und Wahlgöttinger fährt luftgekühlte VWs wie den Käfer oder den Variant, seit er einen Führerschein hat. „Auch wenn er oft stiefmütterlich behandelt wird, finde ich den luftgekühlten Heckmotor einfach klasse“, schwärmt der 51-Jährige.

Wie die Limousine aus der Typ-3-Reihe (genannt „Stufe“) gehörte der Variant zu den ersten Mittelklassewagen von VW. Sie wurden am 21. September 1961 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main vorgestellt. „In der Zeit des Wirtschaftswunders war das die Möglichkeit, einen größeren Wagen zu fahren, damit seinen sozialen Aufstieg zu zeigen und dem beliebten Käfermotor trotzdem treu zu bleiben“, erklärt Moebes.

Seinen Variant hat der zweifache Vater sich allerdings erst im Jahr 2006 gekauft und später restauriert. „Im Prinzip ging es mir genauso wie den Leuten vor 50 Jahren“, schmunzelt er. „Der Käfer ist mir für meine Reisen zu den europaweiten Oldtimer-Treffen einfach zu klein geworden.“ Und im verregneten Mai 2009 ist der große Bruder des Käfers dem damals 49-Jährigen auch sehr nützlich gewesen: Bei einem Treffen in Holland war das Wetter so schlecht, dass Moebes die Nacht kurzerhand in seinem Wagen verbrachte.„Rückbank umklappen, Decke rein, fertig. Das wäre im Käfer nicht möglich gewesen.“

Nach einem Variant in einem guten Zustand hat der Kfz-Mechaniker allerdings auch lange gesucht: Mehr als 18 Monate lang recherchierte er in einschlägigen Internetforen, bis er seinen „Vari“ schließlich in Bielefeld fand. „Das war schon ein toller Augenblick, als ich den Wagen mit nach Göttingen nehmen konnte“, erinnert sich der 51-Jährige. „Das ist einfach das Auto aus meiner Kindheit.“
Nach Moebes’ Erfahrung gibt es den Variant heute kaum noch. Vor allem im Laufe der 90er Jahre sind viele dieser für die 60er Jahre typischen Wagen einfach weggerostet: „Deshalb bin ich mal gespannt, wie viele Autos vom Typ 3 bis zum 50-jährigen Jubiläum überhaupt überlebt haben.“

Die Göttinger Zeitreise ist eine Geschichtswerkstatt des Göttinger Tageblattes in Kooperation mit der Stadt Göttingen. Dafür werden noch Filmstreifen und Fotografien, vor allem aus den 1960er Jahren, gesucht. Infos: im Internet unter goettinger-zeitreise.de oder telefonisch unter 05 51 / 901-766.

Von Marina Engler

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