Der Leitspruch für die kommende Woche rechnet damit, dass unsere Gebete bei Gott aufgehoben sind. Gottes Wertungskriterium ist Güte. Güte bedeutet so viel wie: Gott nimmt das Gute in meinem Gebet wohlwollend und zugewandt wahr.
In dem Film Bruce allmächtig wird sehr eindrucksvoll dargestellt, wie viele Gebete Gott erreichen. Ein wahrer Gebetsregen prasselt ständig auf Gott ein. Gebete, die sich widersprechen, Gebete, die sich gegenseitig aufheben, eindringliche und aus Gewohnheit gesprochene, Stoßgebete und glasklar formulierte. Was macht der menschliche Gott im Film? Er bittet Bruce einen Raum zu fegen. Eine scheinbar unsinnige Handlung, doch sie weist darauf hin, dass Gott unser Gebet ordnet und einordnet. Unser Gebet wird nicht einfach erfüllt, doch es wird eingeordnet in das Weltgeschehen und bekommt einen Platz.
Im Gebet bin ich ganz bei dem, was mich berührt und gleichzeitig lege ich das Gebetsanliegen in Gottes Hand. Ich stelle mein Anliegen in einen größeren Zusammenhang. So wird die egoistische Perspektive ein wenig aufgeweicht und der größere Zusammenhang bekommt ein wenig mehr Raum. Ich nehme im Gebet den reinigenden Besen in die Hand und verändere mich und die Welt.
Durch unser Gebet kann die Güte Gottes das Gute in unserer Welt fördern. Wir fallen dabei nicht aus dem Blickfeld Gottes. Unser Gebet wird geordnet in das Geflecht einer ineinander greifenden Welt, deren Struktur wir vielleicht in der Rückschau erahnen können. Gott erhört Gebete, aber häufig anders als wir erwarten.
Rogate – Bete!
Bete, wenn Dein Leben lichtvoll und sonnig ist.
Bete, wenn sich über deinem Leben Wolken zusammenbrauen.
Bete, wenn dich Leid trifft.
Bete, wenn dich Verzweiflung übermannt.
Dein Gebet wird nicht verworfen. Es ist sinnvoll. Es verändert uns und unsere Welt.
Klaus Bendig, Diakon in der Stephanusgemeinde
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