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Gleichen

Sieben Listen für Gemeinde und Solo-Listen in Dörfern

Von Ulrich Schubert

Immer weniger Kinder in Kitas und Grundschulen, geschlossene Kneipen und Einkaufsläden, kaum Angebote für Senioren, der ständig wachsenden Gruppe unter den Bürgern. Als größte Flächengemeinde im Landkreis Göttingen mit 16 Ortschaften leidet Gleichen besonders unter der Bevölkerungsentwicklung, die gerne als demografischer Wandel bezeichnet wird.

Das Gleichener Rathaus in Reinhausen: Verwaltungszentrale der größten Flächengemeinde im Kreis mit 16 Dörfern und einem Rat, der sie alle berücksichtigen soll.

© Vetter

Gleichen. Schon in der zu Ende gehenden Legislaturperiode gab es kein anderes Thema, das die Politik direkt oder indirekt so beschäftigt hat wie dieses – im Gemeinderat und in den Ortsräten. Schaut man sich die Ziele der kandidierenden Parteien zur Kommunalwahl am 11. September an, wird deutlich: Das Thema setzt sich fort, nur mit unterschiedlichen Nuancen.

Dabei sind sich die Gruppen und ihre Spitzenkandidaten in einem Punkt einig: Nie wieder soll eine Entscheidung so emotional vorbereitet werden, wie im vergangenen Jahr. Nach langer Debatte im stillen Kämmerlein, dann in hitzigen Bürgeranhörungen und begleitete von Protesten hatte der Rat beschlossen, die Grundschule in Reinhausen zu schließen. Das hat Familien und Dörfer verfeindet – und es führt jetzt zu einem Angebot auf den Stimmzetteln, das es in keiner anderen Kreisgemeinde gibt: Sieben Parteien und Gruppen wollen im neuen Rat mitmischen. Neben den bekannten Parteien SPD, CDU, Grüne und FDP sind das die schon etablierte BsP (Bürger-statt-Partei), die neue Freie Wählergemeinschaft Gleichen (FWG) und die ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei). Die FWG hat sich aus dem Schulstreit entwickelt. Viele ihrer Gründer kommen aus CDU-Kreisen und dürften den Christdemokraten bei der Wahl zusetzen. Aber auch die BsP fürchtet, Wähler an die neue Wählergemeinschaft zu verlieren. Und dann gibt es mit einem Kandidaten noch die ÖDP – die Ökologisch-Demokratische Partei.

68 Kandidaten sind auf den Listen geführt. Sie bewerben sich um 24 Sitze im Gemeinderat – eine weitere Stimme hat automatisch der direkt gewählte Bürgermeister (Heinz-Jürgen Proch, SPD). Zurzeit ist die SPD mit elf Mandaten stärkste Kraft, gefolgt von der CDU (sieben Sitze) und ihrem Gruppenpartner FDP (ein Sitz), den Grünen (drei Sitze) der BsP (zwei Sitze) und einer parteilosen Abgeordneten, die im Schulstreit aus der CDU ausgeschert war. Von den Bewerbern auf aussichtsreichen vorderen Plätzen für den Gemeinderat haben mindestens sieben auch im Heimatdorf politisches Gewicht als noch amtierende Ortsbürgermeister.

Der Vielfalt unter den Bewerberlisten auf Ratsebene steht in den Ortschaften eine ganz andere Struktur entgegen: In elf von 16 Dörfern gibt es ausschließlich Einheitslisten. Sie treten als Wählergemeinschaft oder Dorfliste an. Nur in fünf Dörfern konkurrieren mehrere Parteien um die Macht im Ortsrat. Ihre Kandidaten haben sich zusammengetan, weil sie als Nachbarn und Freunde die gleichen Ziele für ihr Dorf haben – soweit der offizielle Grund. Wenn eine Wählergemeinschaft allerdings nur fünf Kandidaten für ebenso viele Sitze im Ortsrat aufstellt, wird deutlich: Es gibt nicht genügend Bewerber für ein politisches Ehrenamt, um konkurrierende Parteilisten zu füllen. Damit ist auch diese Entwicklung Folge des demografischen Wandels. Unterm Summenstrich kandidieren für 86 Sitze in den 16 Ortsräte 134 Männer und Frauen.

Interessant ist auch die Alterss truktur: Die jüngsten Kandidaten für den Gemeinderat sind 35 und kommen aus den Parteien CDU, SPD und Grüne. Den ältesten Bewerber mit 66 und damit die größte Altersspannweite stellen die Grünen auf. Auf Ortsratsebene ist der jüngste Bewerber 23, Mark Wisotzki aus Ischenrode. Der älteste ist Otto Fischer aus Klein Lengden mit 75 Jahren.

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