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Vermeintlich hilflose Jungtiere

Was tun mit jungen Vögeln, Rehen, Hasen und Füchsen?

Von Katharina Klocke

Auch wenn das nasskalte Winterwetter der vergangenen Wochen dem gerade erst geborenen Nachwuchs der Feldhasen schwer zusetzt: Die Deutsche Wildtier-Stiftung warnt mitleidige Spaziergänger davor, vermeintlich mutterlose Osterhäschen einfach mitzunehmen. Auch die Jägerschaft Göttingen rät vom Einsammeln vermeintlich hilfloser Jungtiere ab.

Bleibt am Bau, solange er nicht selbstständig ist: Fuchs, hier bei Jühnde.

© Mischkowski

Göttingen. Kurz vor Ostern gibt es bei den Feldhasen die meisten Jungtiere, weiß die Deutsche Wildtier-Stiftung. Vier Wochen lang  kümmert sich die Häsin um ihren Nachwuchs und säugt ihn einmal am Tag. In Anwesenheit der Mutter drücken sich die kleinen Hasen reglos in Bodenmulden, um möglichst unauffällig zu sein. Verlassen aber sind sie nicht. Auch wenn aus menschlicher Sicht die Aufzuchtmethode der Hasenmütter „lieblos und gefährlich erscheint: Es funktioniert“, sagt Carlotta Schormann, Obfrau der Arbeitsgemeinschaft Junge Jäger der Jägerschaft Göttingen. Deshalb: „Finger weg von jungen Feldhasen!“

In den meisten Fällen sei das menschliche Mitleid unangebracht, oft sogar gefährlich für die Tierbabys. „Eingesperrte Wildtiere geraten häufig derart in Stress, dass ihnen nach der Rettung nur der sichere Tod bevorsteht“, betont Schormann. „Die Aufzucht von Menschenhand sei sehr schwierig.

Bei vielen als hilflos eingestuften Jungvögeln etwa handelt es sich um befiederte Tiere, die beinahe flügge seien. Die sogenannten Ästlinge halten sich auf dem Boden oder niedrigen Zweigen auf und stehen durch Rufen in Kontakt zu den Elterntieren, die sie auch außerhalb des Nestes betreuen. Hilfe bräuchten sie nur, wenn einer ihrer Ausflüge auf der Straße ende, sagt Schormann: „Dann kann man ihn vorsichtig in der Nähe in eine geschützte Ecke setzen.“ Noch unbefiederte kleine Vögel sollten am besten in ihr Nest zurückgesetzt oder die Aufzucht einem Experten überlassen werden.

Wie die Feldhasen sind auch am Waldrand, auf Feldern oder Wiesen liegende Rehkitze selten verwaist. Die Mutter kehrt immer wieder zurück, um ihren Nachwuchs zu säugen. Nur bei einem offensichtlich mutterlosen Kitz – wenn das erwachsene Tier tot neben ihm liegt – ist aus Sicht der Jäger ein Eingreifen gerechtfertigt. In einem solchen Fall sollten die Polizei oder der Jagdpächter hinzugeholt werden. Schade sei, dass letztere nur selten dazu bereit seien, für eine Handaufzucht und spätere Auswilderung der Jungtiere zu sorgen, so Schormann.

Marder-, Iltis und Fuchswelpen außerhalb ihres Baus sind hilfebedürftig, wenn sie noch nicht in dem Alter sind, in dem sie instinktiv vor Menschen flüchten. Die Tiere entfernen sich in der Regel erst von ihrem Bau, wenn sie schon recht selbstständig sind. Wer in Absprache mit dem Jagdpächter einen jungen Fuchs von Hand aufziehe, sollte sich so wenig wie möglich mit ihm beschäftigen,  erklärt Schormann, „weil er sonst sehr zahm werden kann, die eigenständige Futtersuche nicht erlernt und dann nicht mehr in die Freiheit zurückkehren kann.“

Wartet auf seine Mutter: Rehkitz im Feld. Deutsche Wildtier-Stiftung

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